Realbrandausbildung in Furth im Wald: Wertvolle Erfahrung für den Ernstfall
Brände stellen Feuerwehren immer wieder vor große Herausforderungen. Besonders bei Einsätzen in Gebäuden können sich die Bedingungen innerhalb kürzester Zeit verändern. Hitze, Rauch und die oftmals eingeschränkte Sicht verlangen den Atemschutzgeräteträgern einiges ab. Umso wichtiger ist es, solche Situationen nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern auch praktisch zu erleben und den richtigen Umgang damit zu trainieren.
In Furth im Wald nutzten insgesamt 64 Feuerwehrdienstleistende aus 31 Feuerwehren die Gelegenheit, im feststoffbefeuerten Brandübungscontainer unter realistischen Bedingungen zu üben. An acht Terminen konnten sich die Teilnehmer intensiv mit den Besonderheiten eines Brandverlaufs auseinandersetzen und wichtige Erfahrungen für den späteren Einsatz sammeln.
Die Zahl der Brandeinsätze ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Das ist grundsätzlich eine erfreuliche Entwicklung. Gleichzeitig bedeutet es aber, dass Einsatzkräfte seltener die Möglichkeit haben, Erfahrungen bei tatsächlichen Bränden zu sammeln. Gerade für jüngere Atemschutzgeräteträger ist es deshalb wichtig, die Auswirkungen von Hitze und Rauch sowie das Verhalten eines Feuers unter kontrollierten Bedingungen kennenzulernen.
Im Brandübungscontainer wird mit echtem Feuer gearbeitet. Durch die Verbrennung von Holz entstehen die für einen Zimmerbrand typischen Bedingungen. Die Teilnehmer erleben unmittelbar, wie sich ein Brand entwickeln kann, woran Veränderungen zu erkennen sind und wie schnell sich eine zunächst überschaubare Situation verändern kann.
Im Mittelpunkt steht dabei, Gefahren frühzeitig wahrzunehmen, Brandverläufe richtig einzuschätzen und entsprechend zu handeln. Die Ausbildung vermittelt Erfahrungen, die sich allein durch theoretischen Unterricht nur bedingt gewinnen lassen. Gleichzeitig lernen die Teilnehmer, auch unter körperlicher Belastung aufmerksam zu bleiben und die eigene Sicherheit sowie die des Trupppartners stets im Blick zu behalten.
Die Realbrandausbildung ergänzt damit die reguläre Ausbildung der Atemschutzgeräteträger um einen wichtigen praktischen Baustein. Sie schafft zusätzliche Sicherheit für die Einsatzkräfte und hilft ihnen, sich auf die besonderen Anforderungen bei der Brandbekämpfung in Gebäuden vorzubereiten.
Durchgeführt wurde das Training von erfahrenen Ausbildern der Dräger Safety AG & Co. KGaA. Hinter den acht Trainingsterminen stand ein erheblicher organisatorischer Aufwand. Die Gesamtorganisation übernahm KBM Christian Scheuer. Pro Termin nahmen jeweils acht Atemschutzgeräteträger teil, sodass insgesamt 64 Feuerwehrdienstleistende aus 31 Feuerwehren geschult werden konnten.
Für die Sicherheit während der Übungen stellte die Feuerwehr Stadt Furth im Wald bei jedem Termin einen Sicherungstrupp aus Atemschutzgeräteträgern sowie ein Tanklöschfahrzeug bereit.
Auch die Bereitstellung der Atemschutzgeräte und die notwendige Nachsorge der Ausrüstung waren sicherzustellen. Dafür kamen der Gerätewagen Atemschutz und der Versorgungs-LKW mit entsprechendem Personal zum Einsatz. Dazu gehörte auch die Nachsorge der eingesetzten Ausrüstung und Einsatzkleidung.
Die Realbrandausbildung wird seit 2015 vom Landesfeuerwehrverband Bayern organisatorisch begleitet. In diesem Zeitraum konnten bereits mehr als 15.000 Atemschutzgeräteträger in Bayern geschult werden. Das Bayerische Innenministerium hat die Fortführung des Projekts bis zum Jahr 2028 bestätigt. Damit erhalten jährlich weitere 1.280 Feuerwehrdienstleistende die Möglichkeit, im Brandübungscontainer zu trainieren.