FEUERWEHR OHNE GRENZEN


Projekt INTERREG Bayern - Tschechien 2021-2027
Europäische Territoriale Zusammenarbeit (INTERREG)
Die Europäische Territoriale Zusammenarbeit (INTERREG) ist eines der Ziele, die im Rahmen der EU-Strukturförderung aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) finanziert werden. INTERREG ist gegliedert in drei Stränge: Die grenzübergreifende, transnationale und interregionale Zusammenarbeit.
Projektstart
Die Regierungen der Oberpfalz, die Feuerwehr und Rettungsdienst der Region Pilsen und der Landkreis Cham setzten als gemeinsamme Projektpartner das Ziel, die bereits bestehende und gut funktionierende Zusammenarbeit mit dem Projekt „Feuerwehr ohne Grenzen“ weiter zu vertiefen.
Die Feuerwehren des Landkreises Cham haben neben der Vereinbarung der grenzüberschreitenden Hilfeleistung mit der Region Pilsen bereits mehrere grenzüberschreitende Kleinprojekte, sowie mehrere Katastrophenschutzübungen (Roter Eber 2018, Heißer Bogen 2023, Flammendes Steindl 2025) zusammen mit den CZ Partnern durchgeführt.
Aktuell besteht durch die Unterstützung des Bay. Staatsministeriums des Innern ein grenzüberschreitendes Projekt mit der Region Pilsen, welches sich auf die Beschaffung und gemeinsamen Betriebs eines Abrollbehälters für die Einsatzleitung beschäftigt. Hier soll die grenzüberschreitende Zusammenarbeit sowie hochmobile gemeinsame Arbeitsplätze geschaffen werden, um bei gemeinsamen Einsatzlagen schnell und effektiv agieren zu können.
Durch simultane Übersetzungsgeräte und Funktechnik beider Einheiten sollen so Sprach- und Technikbarrieren überbrückt werden. Langfristig sollen durch weitere Projekte die Zusammenarbeit gestärkt und verbessert werden.
Gesamtziel des Projekts
Das Hauptziel des gemeinsamen Vorhabens ist die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehreinheiten bei der grenzüberschreitenden Bewältigung von Schadensereignissen. In den bisherigen Abstimmungen wurde Einigkeit darüber erzielt, dass insbesondere eine qualitativ hochwertige Ausbildung sowie die gegenseitige Abstimmung und Vereinheitlichung taktischer Vorgehensweisen hierfür grundlegende Voraussetzungen sind.
Im Rahmen der gemeinsamen Ausbildungsveranstaltungen sollen die Einsatzkräfte zum einen an der Heißbrandausbildungsanlage in Zbiroh unter möglichst realitätsnahen Brandbedingungen geschult werden. Zum anderen ist eine Ausbildung im Umgang mit UTV-Fahrzeugen und deren Einsatz in unwegsamem Gelände vorgesehen.
Ziel ist es, die fachlichen Kompetenzen der Einsatzkräfte zu stärken, gemeinsame taktische Grundlagen zu schaffen und die Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinweg nachhaltig zu verbessern.
Projektteil Feuerwehr und Rettungsdienst der Region Pilsen
Auf tschechischer Seite steht in Zbiroh ein modernes Trainingsgelände für die Heißbrandausbildung unter Atemschutz zur Verfügung. Dieses umfasst sowohl gas- als auch feststoffbefeuerte Übungsanlagen in Gebäuden und Containeranlagen auf dem neuesten technischen Stand.
Da sich die Ausbildungsgrundsätze und Lehrmeinungen, insbesondere im Bereich des Strahlrohrtrainings und der taktischen Vorgehensweisen, zwischen den beiden Ländern teilweise deutlich unterscheiden, sollen Atemschutzgeräteträger aus dem gesamten Landkreis Cham die Möglichkeit erhalten, die tschechische Ausbildungs- und Lehrmeinung kennenzulernen.
Die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse sollen anschließend in die weitere Ausbildung im Landkreis einfließen. Ziel ist es, das gegenseitige Verständnis zu fördern, voneinander zu lernen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit nachhaltig zu stärken und weiter auszubauen.
Projektteil Landkreis Cham
Aufgrund der Erfahrungen durch Einsätze (Vermisstensuchen Schafberg; Cerchov, Brand am Starý Herštejn (Hirschenstein) und Übungen im Grenzgebiet (Böhmerwald/Bayrischer Wald; Cerchov; Osser - Flammendes Steindl 2025) in den letzten Jahren haben Defizite in Ausstattung und Taktik dargelegt.
Durch die unterschiedlichen Geländegegebenheiten entlang der Grenze, oftmals schmalen Wegen, starken Geländeanstiegen und der gestiegenen Anzahl an Flächen-, Wald- und Vegetationsbränden ist der Einsatz von Kleinfahrzeugen wie den UTV (Utility Task Vehicle – Nutzfahrzeug) unausweichlich.
Hier zeigte sich auch die Notwendigkeit von speziellen Fahrertrainings für unwegsames Gelände und in bewaldeten Gebieten, da diese in keiner Standard-Fahrzeugklassenausbildung beinhaltet sind.
Der zweitägige Lehrgang umfasst ein spezielles Geländefahrtraining, bei dem insbesondere die Erkundung und Beurteilung unterschiedlicher Geländestrukturen, die technischen Grundlagen und Einsatzgrenzen der Fahrzeuge sowie deren taktische Einsatzmöglichkeiten vermittelt werden.
Da für die Ausbildungszwecke ein spezielles UTV-Fahrzeug beschafft werden kann, ist der Start der Ausbildung für März 2027 vorgesehen.