Vegetationsbrandausbildung bei der Feuerwehr Michelsneukirchen
Um auf solche Einsatzlagen vorbereitet zu sein, führte die Feuerwehr Michelsneukirchen eine umfangreiche praktische Ausbildung zur Vegetationsbrandbekämpfung durch.
Der 3. Kommandant der Feuerwehr Michelsneukirchen, Sebastian Laußer, hatte hierzu die aktiven Feuerwehrdienstleistenden zu einem Ausbildungsnachmittag eingeladen. Als Übungsfläche stand ein bereits abgeerntetes Feld zur Verfügung. Damit konnten die Einsatzkräfte die besonderen Anforderungen bei der Bekämpfung eines Flächenbrandes unter realitätsnahen Bedingungen trainieren.
Zu Beginn der Ausbildung wurde zunächst auf die grundlegenden taktischen Maßnahmen bei einem Vegetationsbrand eingegangen. Eine wesentliche Bedeutung kommt bereits bei der Erkundung der Windrichtung und Windstärke zu. Vegetationsbrände können sich durch die Windunterstützung sehr schnell ausbreiten. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass Glut und Funken über größere Entfernungen verfrachtet werden und dadurch neue Brandstellen entstehen.
Auch die richtige Positionierung der Einsatzfahrzeuge wurde thematisiert. Die Fahrzeuge müssen so abgestellt werden, dass sie jederzeit aus dem Gefahrenbereich gefahren werden können und gleichzeitig die Einsatzkräfte ausreichend geschützt sind. Ebenso wurde darauf hingewiesen, Fenster, Türen und Lüftungsöffnungen der Fahrzeuge geschlossen zu halten, um das Eindringen von Rauch und Funken zu verhindern.
Bei der Vegetationsbrandbekämpfung ist zudem ein konsequentes Beobachten der Brandentwicklung erforderlich. Die Einsatzkräfte müssen jederzeit auf Veränderungen der Windrichtung oder eine unerwartete Ausbreitung des Feuers reagieren können.
Ein Schwerpunkt der praktischen Ausbildung lag auf der Frage, welche Möglichkeiten mit den auf dem Feuerwehrfahrzeug vorhandenen Einsatzmitteln zur Verfügung stehen.
Neben der Wasserabgabe wurden verschiedene Handwerkzeuge eingesetzt. Mit Feuerpatschen können kleinere Flammen unmittelbar niedergeschlagen werden. Schaufeln und Hacken ermöglichen es, brennbares Material zu entfernen, Glutnester freizulegen und eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Ergänzend kamen Waldbrandlöschrucksäcke zum Einsatz, mit denen insbesondere kleinere Brandstellen und Glutbereiche gezielt abgelöscht werden können.
Dabei wurde deutlich, dass bei Vegetationsbränden nicht ausschließlich die Menge des zur Verfügung stehenden Löschwassers entscheidend ist. Vielmehr kommt es auf einen gezielten und taktisch sinnvollen Einsatz der vorhandenen Ressourcen an. Je nach Gelände, Vegetation, Brandintensität und Ausbreitungsrichtung können unterschiedliche Maßnahmen miteinander kombiniert werden.
Eine besondere Unterstützung bei der Ausbildung erfolgte durch zwei Feuerwehrmänner, die mit ihren Traktoren samt Güllefass und Grubber am Übungsgelände tätig wurden.
Gerade bei größeren Vegetationsbränden kann die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Landwirten eine wichtige Rolle spielen. Landwirtschaftliche Fahrzeuge können beispielsweise bei der Schaffung von Schutzstreifen, bei der Bodenbearbeitung oder bei der Bereitstellung zusätzlicher Wasserreserven unterstützen.
Die sommerlichen Temperaturen sorgten zusätzlich für anspruchsvolle Ausbildungsbedingungen. Gerade bei Vegetationsbränden sind die Einsatzkräfte häufig über längere Zeit körperlich stark belastet. Hitze, Rauch, Sonneneinstrahlung und die körperlich anstrengende Arbeit mit Handwerkzeugen führen schnell zu einer hohen Belastung.
Eine regelmäßige Ausbildung ist daher wichtig, um die Einsatzkräfte mit den besonderen Gefahren vertraut zu machen und die Abläufe im Einsatzfall zu festigen. Gleichzeitig gehört auch die regelmäßige Eigenkontrolle der Einsatzkräfte sowie eine ausreichende Versorgung mit Getränken zu einem sicheren Vorgehen.
Auch Kreisbrandinspektor Norbert Mezei machte sich vor Ort ein Bild von der Ausbildung und verfolgte die praktischen Übungsabschnitte.
Zum Abschluss der Ausbildung wurde eine weitere Möglichkeit der Wasserabgabe praktisch erprobt. Insgesamt 20 Kreisregner wurden auf dem Übungsgelände in Stellung gebracht. Dabei konnten die Feuerwehrdienstleistenden die Möglichkeiten einer großflächigen Beregnung kennenlernen und gleichzeitig Erfahrungen mit der Verteilung des Löschwassers sammeln. Gerade bei größeren Flächen kann eine solche Maßnahme dazu beitragen, Bereiche zu sichern, die Brandentwicklung zu verlangsamen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Die Übung zeigte dabei auch die Bedeutung einer ausreichenden und dauerhaft verfügbaren Wasserversorgung bei Vegetationsbränden. Eine entsprechende Einsatzplanung und das frühzeitige Heranführen weiterer Wasserreserven können bei länger andauernden Einsätzen entscheidend sein.
Vorbereitung auf besondere Einsatzlagen
Vegetationsbrände gehören zu den Einsatzlagen, bei denen sich die Situation innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern kann. Eine zunächst überschaubare Brandstelle kann sich durch Wind und trockene Vegetation rasch zu einem größeren Flächenbrand entwickeln. Für die eingesetzten Feuerwehren sind daher eine schnelle Erkundung, eine klare Einsatzführung, die richtige Wahl der Einsatzmittel und eine konsequente Beobachtung der Brandentwicklung besonders wichtig.
Solche praxisnahen Übungen leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Feuerwehren im Landkreis Cham auch bei zunehmenden Vegetationsbrandlagen schnell, sicher und taktisch richtig handeln können.