Waldmünchener Feuerwehr übt mit BF Taus

29.09.2018
Gemeinsam Technische Hilfeleistung erprobt.

Zusammenarbeit jenseits und diesseits der Grenze vertieft

 

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von deutschen und tschechischen Wehren wurde vor gut über einem Jahr in einem entsprechenden Vertrag bereits sehr genau geregelt und lässt mittlerweile Einsätze im Nachbarland zu. In der Praxis müssen die Beteiligten aber auch die Struktur und Arbeitsweise des anderen kennen, damit es im Ernstfall gut klappt. Deshalb übte die Berufsfeuerwehr Domalice zusammen mit der FFW Waldmünchen am 29. September einen Tag lang die Rettung von Personen aus verunfallten Autos. Am Ende sprachen alle von einem lehrreichen und gewinnbringenden Tag.

 

Es war das zweite Zusammentreffen der Berufsfeuerwehr Domazlice mit der Feuerwehr Waldmünchen in diesem Jahr. Zum Übungstag auf einem Gelände in der Nähe der Eissporthalle von Domazlice wurde auch die Feuerwehr aus Bela nad Radbuzou hinzugezogen, da diese ebenfalls über einen Rettungssatz für Verkehrsunfälle verfügt. Die verschiedenen Übungsszenarien „Rettung von Personen aus zwei verunglückten PKWs“ wurden vom Chef der BF Domazlice, Jaroslav Hrdlicka, im Vorfeld ausführlich ausgearbeitet und am Übungstag von ihm sowie weiteren Kollegen überwacht. Dieser begrüßte am Morgen die angereisten Gäste und erklärte den Sinn der Zusammenarbeit sowie das Ziel der bevorstehenden Übungen. Als Übersetzerin fungierte die Waldmünchnerin Katharina Haßfurter, so dass sprachliche Probleme keine Rolle spielten. Durch viele freundschaftliche Kontakte zu anderen tschechischen Wehren gibt es mittlerweile auch einige bekannte Gesichter in den Reihen der dortigen Berufsfeuerwehr. Bei der ersten Übung zeichnete sich für die Rettung von zwei Personen aus einem PKW, der auf der Seite lag, die Feuerwehr als Bela nad Radbuzou verantwortlich. Die zehn angereisten Mitglieder der FFW Waldmünchen, KBI Norbert Auerbeck, Fachberater für Chemie Dr. Thomas Scheubeck sowie zwei Rodinger Wehrfrauen fungierten dabei als Zuschauer. Etwas später kam auch noch Kreisbrandrat Michael Stahl hinzu. Der Übungsablauf wurde von Jaroslav Hrdlicka überwacht und sodann auch kritisch besprochen. Schon dabei wurde deutlich, dass die tschechischen Wehrmänner etwas anders vorgehen und keine große Geräteablage aufbauen. Der Chef der Berufsfeuerwehr resümierte über das Vorgehen der tschechischen Kollegen ausführlich und zeigte bessere Möglichkeiten auf. Dann wurde das Einsatzszenario ein wenig geändert und die FFW Waldmünchen war mit seinem 1. Kommandanten Stefan Nachtmann für die Rettung von zwei Personen zuständig. Auch hier gab es im Anschluss Manöverkritik, Jaroslav Hrdlicka war aber zufrieden mit dem Verlauf. Nach diesem ersten Übungsszenario hatten alle die Möglichkeit, die beiden Autos in ihre Einzelteile zu zerlegen und Schnitt- und Spreiztechniken zu üben, bevor es dann in die Feuerwache in der Innenstadt von Domazlice ging. Dort zeigte der Wachleiter den Waldmünchnern ausführlich das Feuerwehrhaus und die vorhandenen Einsatzwagen und Einsatzmittel. Die Berufsfeuerwehr Domazlice ist in der Regel in jeder Schicht mit mindestens neun Mann besetzt und hat ein sehr weites Einsatzgebiet, das eben auch bis an den Grenzübergang in Höll reicht.

Am Nachmittag war das Szenario dann ein Unfall von zwei PKWs, von welchen einer auf dem Dach zum Erliegen kam. Erneut waren zwei Personen aus den Fahrzeugen zu retten, wobei es in einem alten Opel Ascona sehr eng wurde. Zwei Waldmünchner fungierten als Opfer und machten es ihren Rettern alles andere als leicht. Zunächst war wieder die Wehr aus Bela nad Radbuzou an der Reihe, dann die Feuerwehr Waldmünchen, für die der Feuerwehrchef noch einige weitere Hürden eingebaut hatte. Die beiden Wehren arbeiteten zur Zufriedenheit von Jaroslav Hrdlicka. Anschließend wurden beide Autos noch gemeinsam bearbeitet: So arbeiteten tschechische Wehrmänner auf Anweisung von deutschen Kollegen und umgekehrt. Gegen Nachmittag erklärte der Wachleiter den Übungstag für beendet und sprach von guten Erkenntnissen für beide Seiten. Dem konnte Stefan Nachtmann nur beipflichten und er lud zu einer nächsten gemeinsamen Übung auf deutschem Boden bedanken. Er bedankte sich aber auch gleichzeitig für den großen Aufwand und die Möglichkeit, miteinander zu üben und so das Grenzabkommen auch mit Leben zu erfüllen.