Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes 2026

08.05.2026
Versammlung
Am Freitag Abend des 08. Mai, fand im Haus des Gastes in Blaibach die Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes statt.

„Es ist schwierig die Bilanz der 190 Feuerwehren in ihrer Arbeit in einem besonderen Ehrenamt für unser Heimat in einer Stunde darzustellen“ warb Michael Stahl bei der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes um Nachsicht. Dies insbesondere nachdem diese in vielen Ortschaften die Gemeinschaft zusammenhalten oder im aktiven Bereich an 2516 Einsatzstellen in Not geratenen Bürgern zu Hilfe kamen. Positiv stimmte den Kreisbrandrat, dass die Zahlen bei den Aktiven als auch den fördernden Mitgliedern steigen.

Im Haus des Gastes in Blaibach, in dem die Feuerwehr Blaibach in exzellenter Weise sich um die Versorgung kümmerte, eröffnete Michael Stahl im Beisein der Vertretungen der Feuerwehren des Landkreises, der Vertreter der Kommunalpolitik ebenso wie der Partner im Einsatzdienst die Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes. Nach der Feststellung der Beschlussfähigkeit und einem Totengedenken stellte er von einer informativen Präsentation begleitet das Wirken der Feuerwehren im Landkreis dar.

Bei den Aktiven gibt es eine Steigung auf nunmehr 11931 im Alter von sechs bis 67 und sind 43066 Landkreisbürger Mitglied in einer Feuerwehr und übermitteln damit ihre Wertschätzung. Bei 12 Ehrenabenden konnten an 331 Aktiven staatliche Ehrungen und bei drei Ehrenabenden 85 Personen Verbandsehrungen übergeben werden.

Die Kinderfeuerwehren sind eine Erfolgsgeschichte beim Blick auf weitere Gründungen. 61 Mannschaften hatten beim Vorentscheid des Bundeswettbewerbes mitgemacht. Der Bezirksentscheid dazu steht am 23. Mai in Roding an.

„Das Portfolio an Ausbildungen im Landkreis sucht seinesgleichen“ so Michael Stahl. 350 Ausbilder stehen zur Verfügung, die bei den unterschiedlichen Lehrgängen in Wissen an 1500 Teilnehmer weitergaben. 339 Aktive belegten zudem einen Lehrgangsplatz an einer der Feuerwehrschulen. Fortgebildet hat sich auch die Kreisbrandinspektion bei einer 2-Tagesschulung, bei der zudem eine Aufteilung in die Stäbe Ost und West erfolgte. Überörtliche Speziallehrgänge ergänzten die Fortbildungsmaßnahmen, die alle im Lehrgangskatalog einsehbar sind.

Neu eingeführt wurden fünf Vegetationsbrandzüge und siebzehn weiteren Sonderzügen bei denen allein 680 Aktiven eingebunden sind. „Ich bin ein Freund der Spezialisierung“ so der Kreisbrandrat dazu anmerkend. Viel Vorbereitung aber auch viele Erkenntnisse brachte die Großübung „Loderndes Steindl“ mit sich. „Wir übten dort Lagen die aktuell beim Waldbrand am Saurüsselkopf vorzufinden sind“ so Michael Stahl auf die Notwendigkeit derartiger Übungen eingehend, um weiterhin vor der Lage zu sein. Die gelte auch zum Thema „Stromausfall“ zu dem in Zell und Bad Kötzting größere Übungen abgehalten wurden.

„In der Einsatzstatistik blicken wir auf 3968 Alarmierungen zu 2516 Einsatzstelle. Dabei wurden allein etwa 56684 Helferstunden ohne die Nachbearbeitung etwa zur Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft geleistet“ so der Kreisbrandrat auf den abwehrenden Brandschutz eingehend.

„Es gab auch zwei bedeutende Einsätze mit der Entschärfung der Bombe in Cham oder der Hausexplosion in Chamerau die die Blaulichtfamilie forderte“ so Michael Stahl die Komplexität des Einsatzgeschehens aufzeigend. „Es hat bestens funktioniert, auch wenn die Besserwisser hier auch immer mehr werden“ brach Michael Stahl deutlich werdend eine Lanze für die Einsatzkräfte. Nachdenklich machte ihn aber auch, dass 13 Einsatzkräfte sich in eine PSNV-E -Betreuung nach belastenden Einsätzen begaben.

„Automatische Alarmierungen werden zunehmend mehr“ so Michael Stahl auf die 460 Alarme eingehend die von Gefahrstoffmeldeanlagen, (Heim-) Rauchwarnmelder, Brandmeldeanlagen oder eCall ausgehen und letztendlich zu 58 Echtreinsätzen wurden. „Von den 117 eCall-Alarmen waren 50-mal Handys Auslöser, wenn die etwa zu Boden fielen“ so Michael Stahl die Problematik erläuternd, dass hier Feuerwehren alarmiert werden und nur in zwei Fälle eine Hilfe notwendig war. Über das Geschehen wird über verschiedene Soziale Medien berichtet über die auch entsprechenden Warnungen verteilet werden. Von Seiten der Feuerwehrvereine wurden im Vorjahr 1.252.00 Euro investiert, um den Ankauf von Fahrzeugen und Geräten oder Neubauten finanziell zu unterstützen. „Ich verstehe hier nicht, dass Feste besteuert werden, wird doch dieser Erlös wieder in den Dienst für die Gesellschaft investiert“ so Michael Stahl kritisierend und von Beifall der Anwesenden unterstützt.

Gründungsfeste sind eine Herausstellungsmerkmal im Landkreis Cham und wurden bei 27 Feuerwehren gefeiert. „Das ist gelebte Tradition und der Zusammenhalt wird gestärkt“ so Michael Stahl auf diese wichtige soziale Komponente blickend. Mit einem Dank an alle die die Arbeit der Feuerehren unterstützen schloss Michael Stahl seinen Bericht. „Die Arbeitgeber sind ein wichtiger Aspekt, um die Einsatzbereitschaft auf diesem hohen Niveau zu behalten. In der Region Pilzen machen dies 16 Berufsfeuerwachen die 80% der Einätze abdecken“ so der Kreisbrandrat dies besonders heraushebend.

Die Kassenführung von Norbert Kopp wurde durch Simon Steinkirchner und Stefan Auburger geprüft, die einwandfreie Arbeit bestätigten und die Entlastung empfahlen, die dem Kassier und der Vorstandschaft dann auch einstimmig erteilt wurde.

„Mich erinnert das an meine ersten zehn Minuten als Landrat“ so Christian Schindler sein Grußwort eröffnend. Zeitgleich mit seinem ersten Worte wurde hörbar eine Feuerwehr im Landkreis alarmiert, was den neuen Landrat zu dieser Anekdote bewegt wurde er doch am 1. Mai zehn Minute nach Amtsantritt von einem Großbrand informiert.

Die Feuerwehr steht für Verlässlichkeit und Zusammenhalt und ist das Fundament des Bevölkerungsschutzes“ so Christian Schindler. „Euch zeichnet Freiwilligkeit, Kompetenz und Teamgeist aus und es sei mit Blick auf die Berichte kaum nachvollziehbar wie viel ihr leistet so der sichtlich von der großen Gästezahl beeindruckte Landrat. „Euch ist der aktive Dienst für den Schutz der Bevölkerung wichtig. Dabei ändern sich die Aufgaben mit Blick auf den Klimawandel, Demographie, Sicherheitslage der Welt oder auch den Technikfortschritt. Deshalb ist es unerlässlich den Weg gemeinsam zu gehen, auf eine gute Ausstattung Wert zu legen, gute Ausbildung zu betreiben und die Zusammenarbeit Feuerwehr zu den Kommunen und dem Landkreis auf dem gleich hohen Niveau zu halten. „Sie tragen dazu bei, dass der Landkreis sicher und lebenswert ist“ schloss der neu gewählte Landrat.

Verabschiedet wurde Dr. Stefan Enderlein, der sein Amt als Kreisfeuerwehrarzt nach elf Jahren abgab. In dieser Zeit wurde etwa erstmals in Bayern der Ersthelferlehrgang eingeführt oder war der Mediziner stets ein Ratgeber bei schwierigen Einsatzsituationen. In den Dank eingebunden auch Martina Feuerer die die Ersthelferlehrgänge begleitete. „Du warst ein Beispiel dafür was möglich ist, wenn Wissen und Kompetenz zusammenkommen dankte Michael Stahl dem scheidenden Kreisfeuerwehrarzt. Als Nachfolger stellte er Dr. Johannes Kreuzer vor, der das Amt zum 1. Mai übernommen hat.

Christian Riedl moderierte zum Abschluss eine Gesprächsrunde zu der er Gerhard Hopp, Monika Bergmann, Julian Preidl, Markus Saller (stellvertretender Bezirksvorsitzender), Dominik Schmidt, Dominik Lommer sowie Kommandant mjr. Ing. Jaroslav Hrdlička und Dolmetscherin Aneta Javorkova von der Berufsfeuerwehr Domažlice auf die Bühne bat. Themen war dabei unter anderem die teure Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen, die man jetzt mit einer Sammelbestellung günstiger gestalten will. Dies müsse aber dann auch noch ebenso schnell wie in der Wirtschaft umgesetzt werden. Oder dass im Bereich des Katastrophenschutzes man sich „zu Tode gespart habe“ und erst jetzt wieder in Ausrüstung investiert werden, gleichzeitig, aber auch neue Aufgaben auf die Einsatzkräfte zukommen.