Inspektionsdienstversammlung des KBI-Bereich Bad Kötzting
Um diese als auch anstehenden Herausforderungen in gewohnt hochprofessioneller Weise abarbeiten zu können war das Jahr auch von vielen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen gekennzeichnet um immer vor der Lage zu sein und damit folgerichtig agieren zu können.
Im Postsaal in Bad Kötzting konnte Andreas Bergbauer am Freitagabend neben Vertretern der Kreisbrandinspektion, der Partner im Einsatzdienst und der Kommunalpolitik insbesondere die Abordnungen fast aller 34 Feuerwehren seines Bereiches begrüßen.
„Die Welt lebt von denen die mehr tun als Ihre Pflicht“ leitete der Kreisbrandinspektor nach einem Totengedenken seine imponierende Bilanz der Hilfe für die 34 Feuerwehren ein. Noch immer leicht rückgängig ist die Zahl der Aktive die aktuell bei 1643 liegt. Dies sei aber noch verkraftbar weil aus dem Jugendbereich immer wieder Aktive nachrücken. Signifikant steigend aber der Anstieg des Frauenanteiles daran der bei 240 liegt. Bei den 21 mit Atemschutz ausgerüsteten Feuerwehren leisten 392 Geräteträger ihren Dienst. Als äußerst erfreulich bezeichnete Andreas Bergbauer den Anstieg der Vereinsmitglieder, wobei er dies auch darin begründet sah dass die Bevölkerung der Feuerwehr zwischenzeitlich mit einer Mitgliedschaft eine gewisse Wertschätzung übermittelt. Um die Kommunen bei Anschaffungen zu entlasten unterstützten die Feuerwehrvereine ihre aktive Mannschaft mit über 184000 Euro. „Dies schaut nach außen hin als selbstverständlich aus ist aber mit viel Arbeit verbunden“ lobte der Kreisbrandinspektor damit die Arbeit in den Vereinen.
Ehrungen verdienter und langjähriger Mitglieder konnten an einem Ehrenabend sowie an zwei Abenden, bei denen Staatliche Ehrungen durch den Landrat überreicht wurden, durchgeführt werden.
„Es geht nicht um Zahlen, sondern damit sind auch Notlagen verbunden“ so Andreas Bergbauer die Bilanz der Hilfe darstellend. Es war seinen Worten zu Folge ein normales Jahr ohne größere Unwetter oder überregionale Anforderungen. Deshalb konnte begleitend auch viel Zeit in die Ausbildung investiert werden um für anstehende Anforderung vor der Lage zu sein um damit weiterhin fundierte Hilfe leisten zu können.
8734 Feuerwehren rückten demnach zu 562 Einsatzstelle aus. Darunter eine steigende Anzahl an Bränden (47) aber auch ein hohe Zahl an Fehlalarmen (56). Gelungen sei es den Einsatzkräfte dabei egal zu welcher Tag – oder Nachtzeit den Schaden eingrenzen zu können. Um dies bewerkstelligen zu können leisteten die 8620 eingesetzten Aktive insgesamt 14403 Stunden auf ehrenamtlicher Basis.
Im Sektor Ausbildung bildeten 36 Leistungsprüfungen eine gute Basis und ließen sich 343 Aktive bei diversen Lehrgänge auf Landkreisebene fortbilden. Dazu kamen noch 64 Lehrgangsplätze an den Feuerwehrschulen.
An weiteren Aktivitäten listete Andreas Bergbauer die Einteilung der Kreisbrandinspektion in die Stäbe West und Ost auf wobei die Bereiche 4 (Bad Kötzting) und 6 (Furth i.Wald/Hohenbogenwinkel) den Letztgenannten bilden. Bei den zahlreichen Übungen wurden viele Erkenntnisse gewonnen die in das Einsatzgeschehen einfließen. Die Großübung „Flammendes Steindl“ brachte einen Mehrwert in viele Richtungen und war eine gute Vorbereitung um für Ernstfälle gewappnet zu sein. Abgeleitet davon unter anderem auch die Einteilung von Feuerwehren in je einen Sonderzug je KBM-Bereich oder in einen Wald-und Vegetationsbrandzug. Diese Vordefinition erleichtert die Alarmierung zu Sonderlagen. Bei seinem Streifzug über die vielen Übungen in den KBM-Bereichen lobte der Kreisbrandinspektor die gute Auswahl von Objekten und den Übungsanforderungen. Etabliert hat sich zwischenzeitlich die Führungsunterstützung nicht nur bei Übungen sondern auch im Einsatzgeschehen. Kurz stellte Andreas Bergbauer die Neuanschaffungen im Bereich Fahrzeug – oder Gerätehaussektor vor.
Zu den Sondereinheiten bemerket er dass die UG-ÖEL seit 2004 im Dienst ist, der Schlauchwagenzug ab Alarmstufe B4 mitalarmiert wird, die Flughelfer 27 Übungstermine absolvierten, die Arbeitsgemeinschaft Gefahrgut nach 20 Jahre eine Umstrukturierung erfährt, der Hochwasserzug sich in Zandt etabliert hat und die Drohnengruppe bei der FF Blaibach zu 16 Einsätzen alarmiert wurde. Mit umfassenden Dankeswort an alle die im Einsatzgeschehen oder bei den Vereinen im Inspektionsbereich unterstützen schloss Andreas Berbauer den beeindruckenden Bericht der einmal mehr aufzeigte wie vielfältig die Feuerwehren im Inspektionsbereich Bad Kötzting gefordert sind. Verabschiedet wurde zudem Reinhold Kollmer als Schiedsrichter. Neu in diesem Amt sind Ramona Koller, Marrtin Silberbauer, Daniel Iglhaut und Jochen Stöberl. Die Bilanz in gedruckter Form überreichte Andreas Bergbauer an stellvertretenden Landrat Sandro Bauer, KBR Michael Stahl, EKBR Johann Weber und stellvertretenden Bürgermeister Wolfgang Pilz.
„Im Bereich der Kinderfeuerwehr wurden zwei Neue gegründet, so dass aktuell 292 Kinder in 16 Kinderfeuerwehren integriert sind. Diese werden von 66 Betreuern geleitet. Neun Gruppen legten die Kinderflamme ab“ startete Daniel Iglhaut seinen Bericht. Bei den Jugendfeuerwehr kann der Inspektionsjugendwart auf 426 Jugendliche blicken wobei dies gegenüber dem Vorjahr eine leichte Steigerung darstellt. Bei 1181 Gruppenabenden wurden dabei über 2800 Stunden gelistet. 43 Jugendliche konnten in den aktiven Dienst übernommen werden. 53 Gruppen legten die Jugendleistungsprüfung ab, 42 Teilnehmer davon bei einer Sammelabnahme in Wettzell. Der Wissenstest stand in 2025 unter der Überschrift „Verhalten bei Notfällen“ und wurde von 276 Jugendlichen bei drei Abnahmen absolviert. „Es ist noch Luft nach oben“ machte Daniel Iglhaut Werbung für den Kreisentscheid an dem sich sechs Gruppen beteiligten. Von den davon weitergekommenen Gruppen qualifizierten sich mit Oberndorf und Wettzell zwei für den Bezirksentscheid. Bei den drei Jugendgemeinschaftsübungen zeigten die Jugendlichen ein tolle Leistung so der Inspektionsjugendwart. An anstehenden Terminen informierte er abschließend über die Jugendleistungsspange in Haibühl am 25. Juli und die Sammelabnahme am 31. Oktober. „ Ich bin jetzt ein Jahr in diesem Amt und es hat mir viel Spaß gemacht“ so Daniel Iglhaut dabei auch die Unterstützung seinerseits hervorhebend.
Kassenwartin Nicole Holzapfel informierte über den Kassenstand. Dieser wurde von Josef Gogeißl, Stefan Ederer und Karl Hupf geprüft die der Versammlung die Entlastung empfahlen die einstimmig erteilt wurde.
„Der Umbruch ist gelungen, der Generationswechsel merkbar“ so Michael Stahl die Veränderungen im Inspektionsbereich anhand seiner Dienstzeit als Kreisbrandrat festmachend. Zusammen könne man stolz darauf sein was in den 34 Feuerwehren in einem besonderen Ehrenamt geleistet wird. „Ihr lasst alles liegen wenn es gilt in Notfällen zu helfen um zu retten, zu bergen und die Heimat zu schützen als unseren Auftrag“ so der Kreisbrandrat dabei auch herausstellend dass dabei nicht nur das Feuerwehrhandwerk gelebt wird sondern auch gezeigt wird man als Gemeinschaft funktioniere. Auf die Ausbildung blickend und deren Umfang im Landkreis schon als Betrieb bezeichnend nannte Michael Stahl dass es gelte beim Einbinden von KI nicht daneben stehen zu bleiben sondern auf den schon fahrenden Zug aufzuspringen. Eine App wird zwar keinen Brand löschen, aber Taktik, Technik und Mensch im Verbund Nutzen bringen. Ein Beispiel davon sei es Drohnen besser in das Einsatzgeschehen einzubinden. Ein neues Ziel definierte er insofern dass am Grenzkamm entlang jeweils zwei davon in Deutschland und der Tschechei postiert werden könnten, die dann den Einsatzkräften wertvolle Daten begleitend zur Anfahrt zu Einsätzen übermitteln.
In Punkto Alarmierung nannte Michael Stahl den 30. Juni 2026 an dem die analoge Alarmierung abgeschaltet wird und auch Sirenen dann nur mehr digital angesteuert werden. Das Digitalnetzt selbst kann nur verbessert werden, wenn entsprechende Störmeldungen abgegeben werden. Kurz sprach der Kreisbrandrat auch die Neuordnung des Bevölkerungsschutzes an bei dem auch die Feuerwehren ein Teil des Zivil – und Katastrophenschutzes seien. „Unsere Konzepte etwa zum Thema Black-Out werden immer aktueller auch wenn wir alle hoffen die nie benötigen zu müssen“ schloss Michael Stahl sein Grußwort.
Anhand der Gebäudeexplosion in Chamerau machte Christian Pongratz deutlich welche Gefahren für Einsatzkräfte bestehen und diese solche Situationen auch unter Eigengefährdung mit fachlicher Kompetenz abarbeiten. In Sachen Gesellschaft sind die Feuerwehren die Motoren im Dorf. Bei den Festen muss zwischenzeitlich auch der Sicherheit ein großes Spektrum eingeräumt werden und die Polizei sei dazu gerne als Ratgeber tätig, so der Leiter der Bad Kötztinger Inspektion. „Danke für die Zusammenarbeit. In der Blaulichtfamilie zeigen wir gegenseitige Wertschätzung, wenn andere darüber reden praktizieren wir diese“ so Christian Pongratz diese Kollegialität besonders hervorhebend.
„Es ist imposant wie oft die Feuerwehr zur Verfügung steht“ so Wolfgang Pilz. Deshalb muss auch die Ausstattung miteinhergehen um diese Aufgaben bewältigen zu können. „Bleibt weiterhin der Feuerwehr treu so Bad Kötzings stellvertretender Bürgermeister.
„Die Feuerwehren sind bekannt nicht viel zu reden, sondern anzupacken“ so Sandro Bauer der besonders die hohen Investitionen der Feuerwehrvereine als Entlastung der Kommunen hervorhob. Die Welt gerate derzeit an vielen Punkten aus den Fugen. Demgegenüber steht das Ehrenamt als Rückgrat der Gesellschaft. Die Feuerwehr bindet die Jugendliche in ihre Arbeit ein, so der stellvertretende Landrat. In der Zeit der Work-Life-Balance mit maximaler Freizeit, bei viel Spaß und gleichem Entgelt geht die Feuerwehr einen anderen Weg, nimmt sich die Zeit und setzt sich uneingeschränkt für die Gesellschaft ein so der stellvertretende Landrat.