Grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Feuerwehren: Kreisbrandinspektion Cham besucht Berufsfeuerwehr in Klattau
Je nach Einsatzlage und Alarmierungsstichwort werden Feuerwehren aus dem Nachbarland zur Unterstützung angefordert. Umgekehrt sind auch tschechische Einsatzkräfte bei bestimmten Schadenslagen fest in den Alarmplänen des Landkreises Cham integriert. Diese gelebte Partnerschaft über Ländergrenzen hinweg war Anlass für einen Besuch der Kreisbrandinspektion Cham bei der Feuerwehr in Klattau (Klatovy).
Organisiert wurde die Informationsfahrt von Kreisbrandrat Michael Stahl, der damit den fachlichen Austausch und die Zusammenarbeit mit den tschechischen Kollegen weiter vertiefen wollte. Die Berufsfeuerwehr in Klattau verfügt neben einem Fuhrpark, der in vielen Bereichen mit einem deutschen Löschzug vergleichbar ist, auch über umfangreiche Spezialtechnik. Gerade diese Sonderfahrzeuge spielen bei regionalen Alarmstichworten eine wichtige Rolle und werden bei Bedarf auch zu Einsätzen in den Landkreis Cham entsandt.
Neben der Berufsfeuerwehr in Klattau sind in der Region weitere hauptamtliche Feuerwehrkräfte in Taus (Domažlice) stationiert. Deren Leiter, Kommandant mjr. Ing. Jaroslav Hrdlička, war ebenso beim Besuch in der Feuerwache im Zentrum von Klattau anwesend wie der Direktor der Feuerwehrregion, Aleš Bucifal. Gemeinsam stellten sie den Gästen aus dem Landkreis Cham die Organisationsstruktur sowie die technische Ausstattung der tschechischen Feuerwehren vor. In Klattau versehen pro Schicht insgesamt 13 Feuerwehrleute ihren Dienst, wobei die Mindeststärke bei zehn Kräften liegt. Diese besetzen neben klassischen Einsatzfahrzeugen – vergleichbar mit deutschen Tanklöschfahrzeugen oder Drehleitern – auch zahlreiche Spezialfahrzeuge, die den Vertretern der Kreisbrandinspektion ausführlich vorgestellt wurden.
Eine wichtige Rolle bei dem Besuch spielte Aneta Javorkova, die als Dolmetscherin fungierte und die technischen Erläuterungen der tschechischen Feuerwehrkameraden übersetzte. Besonders die Mannschaft der Berufsfeuerwehr Taus um ihren Leiter Miroslav Marek präsentierte eindrucksvoll verschiedene Spezialfahrzeuge und deren Einsatzmöglichkeiten. Großes Interesse weckte dabei insbesondere ein leistungsfähiges Kranfahrzeug. Mit dem aufgebauten Kran lassen sich schwere Lasten bewegen und technische Hilfeleistungen in komplexen Einsatzsituationen bewältigen. Selbst bei einer Ausladung von zehn Metern kann das Fahrzeug noch Lasten von rund 2,2 Tonnen heben. Zusätzlich befinden sich am Heck zwei Winden mit einer Zugkraft von 40 beziehungsweise 20 Tonnen. Wie Kreisbrandrat Michael Stahl erläuterte, ist dieses Spezialfahrzeug bereits bei bestimmten regionalen Alarmstichwörtern in die Alarmplanung des Landkreises Cham integriert und kann somit grenzüberschreitend eingesetzt werden. Beeindruckend sei die Hubmastbühne. Diese ermöglicht es, Feuerwehrkräfte bei einer Korblast von bis zu 500 Kilogramm in Höhen von bis zu 45 Metern zu bringen. Darüber hinaus verfügt die Hubmastbühne über eine fest installierte Wasserleitung bis zur Korbspitze. Dadurch kann über einen Monitor gezielt Löschwasser abgegeben werden, was insbesondere bei Bränden in größeren Höhen oder schwer zugänglichen Bereichen von entscheidender Bedeutung ist.
Ein weiteres Highlight des Besuchs war ein neues Tanklöschfahrzeug im Fuhrpark der Feuerwehr Klattau. Das moderne Fahrzeug bietet Platz für sechs Feuerwehrleute und konnte von den Mitgliedern der Kreisbrandinspektion eingehend besichtigt werden. Die Neuanschaffung unterstreicht die kontinuierliche Modernisierung der technischen Ausstattung auf tschechischer Seite.
Zum Abschluss des Besuchs wurde einmal mehr die Bedeutung der langjährigen Zusammenarbeit hervorgehoben. „Die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Cham ist seit Jahren vorbildlich“, fasste Dolmetscherin Aneta Javorkova die Aussagen der Leiter der beteiligten Berufsfeuerwehren zusammen.
Der Besuch in Klattau macht deutlich, wie wichtig funktionierende internationale Zusammenarbeit im Feuerwehrwesen ist. Gerade in Grenzregionen können moderne Technik, abgestimmte Alarmierungspläne und vertrauensvolle Partnerschaften entscheidend dazu beitragen, Menschen in Notlagen schnell und effektiv Hilfe zu leisten.