Deutsche und tschechische Wehren üben gemeinsam
Gemeinsames Üben über Grenze hinweg
Am Abend des 17. April gab es am Grenzübergang in Höll wieder jede Menge Feuerwehrfahrzeuge zu sehen, denn es trafen sich die Feuerwehren diesseits und jenseits der Grenze, um eine gemeinsame Großübung abzuhalten. Angenommen wurde ein Waldbrand bei Blumlohe, außerdem noch ein Waldunfall. Die deutschen und tschechischen Wehren arbeiteten dabei perfekt zusammen.
Die Großübung hat sich mittlerweile zu einem festen Termin im Jahreskalender entwickelt, ebenso auch das Treffen vor der Übung am Grenzübergang in Höll. Und so war es dann am Freitagabend wieder soweit: Die Feuerwehren aus Höll, Hocha, Schäferei, Steinlohe, Tiefenbach, Untergrafenried und Waldmünchen übten zusammen mit tschechischen Wehren aus Thranov, Postrekov, Chodov und Klentsch. In diesem Jahr war die deutsche Seite an der Reihe und die Verantwortlichen um KBI Norbert Auerbeck hatten das Waldgebiet bei Blumlohe für die Übung auserkoren. Die Besprechung fand zunächst am Grenzübergang statt, wo sich alle Wehren mit über 100 Einsatzkräften trafen und wo KBI Auerbeck zusammen mit seinen Kreisbrandmeistern Andreas Bierl, Benjamin Wachter und Martin Holler zunächst eine Einweisung in das Übungsszenario gaben. Hinzu kamen auch die beiden Bürgermeister Markus Ackermann und Wolfgang Kürzinger, außerdem Polizeihauptkommissar Stefan Iglhaut, EKBI Anton Ruhland und Fachberater Bernd Hatzinger. Markus Ackermann dankte für das Engagement und die gute Zusammenarbeit: „Es ist mittlerweile eine gute Tradition und beste nachbarschaftliche Zusammenarbeit. Und nach dem fachlichen Üben ist das gesellige Zusammentreffen mindestens genauso wichtig.“ Durch die langjährige Übungsreihe kennen sich die Einsatzkräfte beider Länder mittlerweile sehr gut und so war die Verständigung keine Hürde. Für die Übung fungierte Jarek Etzel wieder als Dolmetscher und unterstützte bei der Kommunikation an der „Einsatzstelle“.
Im Konvoi ging es schließlich nach Blumlohe und auch zum Perlsee in der Nähe des Überlaufbeckens, denn von dort sollte eine gemeinsame Förderleitung in Richtung Blumlohe aufgebaut werden. Hier galt es, eine Strecke von 1,2 Kilometern zu bewältigen. Für das Ansaugen am Perlsee war die FFW Höll zuständig und anschließend wurde die Leitung abschnittsweise von deutschen und tschechischen Wehren geschlossen. In der Nähe von Blumlohe installierte die FFW Tiefenbach schließlich zusammen mit den Kräften aus Chodov einen Faltbehälter, um das Löschwasser kontrolliert für den angenommenen Waldbrand abgeben zu können. Der Waldbrand selbst wurde dann von der FFW Steinlohe übernommen, welche mit ihrem neuen Waldbrandmodul, verlastet auf einem Traktor, die Fläche gezielt wässerten. Parallel zu diesem Geschehen testete die FFW Waldmünchen beim Anwesen in Blumlohe einen alten Hochwasserbehälter, der nicht mehr in das Trinkwassernetz eingebunden ist. Auch über diesen konnte Wasser für den Waldbrand gewonnen werden. Außerdem waren die Kräfte aus Waldmünchen und Klentsch noch bei einem weiteren Szenario gefordert: Es galt, zwei Personen unter einem Traktor zu befreien. Hier wurde ein Waldarbeiter-Unfall als Szenario angenommen. Auch hier mussten die Einsatzkräfte aus beiden Ländern Hand in Hand zusammenarbeiten, was sehr gut klappte. Nach gut eineinhalb Stunden konnte KBI Norbert Auerbeck das Ende der Übung über Funk verkünden. Für die Abschlussbesprechung ging es schließlich nach Hocha in das dortige Feuerwehrhaus, wo fleißige Hände bereits eine Brotzeit bereitgestellt hatten. So konnten die über 100 Einsatzkräfte den Abend gemeinsam bei guten Gesprächen ausklingen lassen.