Aus der Jahreshauptversammlung des Inspektionsbereichs Waldmünchen

10.04.2026
Versammlung
KBI Norbert Auerbeck bilanzierte vor 130 Einsatzkräften und Gästen

Weniger Einsätze, aber mehr Brände

 

Die Frühjahrs-Dienstversammlung der 42 Feuerwehren im Inspektionsbereich Waldmünchen bilanzierte zwar weniger Einsätze, dafür aber markante und schwierige Brände und Hilfeleistungen. Davon konnte KBI Norbert Auerbeck am Abend des 10. April vor zahlreichen Kommandanten und Vorsitzenden berichten. Viele Ehrengäste und weitere Hilfsorganisationen würdigten die Schlagkraft der 42 Feuerwehren im Inspektionsbereich. Außerdem wurde Andreas Pfaffl offiziell zum Inspektionsjugendwart als Nachfolger von Barbara Bindl ernannt.

Die Perlseewirtschaft in Waldmünchen platzte an dem Abend aus allen Nähten, als KBI Norbert Auerbeck die Versammlung eröffnete, darunter auch diverse Ehrengäste sowie drei tschechische Kollegen mit dem Leiter der Berufsfeuerwehr Domazlice, Jaroslav Hrdlicka. Bei der Vollversammlung der Kommandanten und der Vorsitzenden wurde einmal mehr deutlich, wie gut die Feuerwehren im Altlandkreis Waldmünchen aufgestellt sind und wie unverzichtbar diese für das Gemeinwohl und das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung sind. Mit 483 Einsätzen gab es erneut einen Rückgang bei den Einsatzzahlen (2023: 667 Einsätze, 2024: 543 Einsätze). Die Einsätze der 42 Feuerwehren gliedern sich in 128 Brandeinsätze, 208 Technische Hilfeleistungen, 32 Sicherheitswachen und 90 Sonstige Tätigkeiten, außerdem 25 Fehlalarmierungen. Auffallend ist vor allem die Steigerung bei den Brandeinsätzen von 96 im Jahr 2024 auf nunmehr 128. Dabei waren insgesamt 7.193 Helferstunden zu verzeichnen, welche sich nach einem Ausreißer im Jahr 2024 nun wieder auf einem normalen Niveau eingependelt haben. KBI Norbert Auerbeck hatte natürlich auch einige ausgewählte Bilder von besonderen Einsätzen in den einzelnen KBM-Bereichen dabei: Der Waldbrand auf dem Zwirenzel beschäftigte die Wehren besonders intensiv und vielen ist ein schwerer Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang auf der B 22 bei Schönthal in Erinnerung. Auch die Bilder zeugten davon, dass es viele Brände im Altlandkreis Waldmünchen gab. Insgesamt 33 Leistungsprüfungen konnten KBI Auerbeck und sein Schiedsrichterteam abnehmen. Auch die Ü40-Leistungsprüfung wurde wieder abgenommen, hier gab es 29 Teilnehmer in den Stufen „bronze“ und „silber“.

Von der Kreisbrandinspektion wurden auch wieder mehrere gemeinschaftliche Übungen organisiert: So wurde in der Aktionswoche in jedem KBM-Bereich eine Übung abgehalten, darunter eine echte Vegetationsbrand-Übung mit Spezialwerkzeug im Bereich Schönthal. Außerdem gab es am 2. Mai die grenzüberschreitende Übung mit tschechischen Wehren, die alle Einsatzkräfte zur Rudolfsäge führte mit einer anschließenden Besprechung in Klentsch. Einige Wehrmänner beteiligten sich am Turmlauf in Domazlice und die FFW Katzbach war sehr zeitintensiv bei überörtlichen Leistungsabzeichen beteiligt. Auerbeck zeigte sich ebenso erfreut, dass bei der Anzahl der verfügbaren Einsatzkräfte eine leichte Steigerung vermeldet werden könnten. So rücken im Ernstfall 393 Damen und 1.304 Männer aus, also insgesamt 1.697. Die Zahl der passiven Mitglieder hat um 190 Personen auf nunmehr 4.400 zugenommen. Und er sprach ein großes „Vergelt`s Gott“ an die Feuerwehrvereine aus, die insgesamt 136.549,35 Euro in Anschaffungen und Anbauten investiert hätten; damit würden die Kommunen entlastet und gleichzeitig Notwendiges realisiert. Hier verdoppelte sich die Investitionssumme fast im Vergleich zum Jahr 2024. Einen Lehrgang an den drei staatlichen Feuerwehrschulen haben 27 Einsatzkräfte abgelegt, auch sonst gab es auf örtlicher Ebene diverse Schulungsmaßnahmen und Lehrgänge, die gut besucht waren. Für den Bereich Atemschutz sah KBI Auerbeck noch etwas Luft nach oben, was den Besuch der Übungsstrecke in Furth im Wald betrifft. Insgesamt haben acht Feuerwehren Atemschutzgeräte, es sind 161 Atemschutzgeräteträger registriert. Zuletzt lud er noch zum großen Oberpfalz-Cup ein, der am 9. Mai in Schönthal stattfinden wird. Die Zahlen für die Jugendfeuerwehren wurden von Christian Pfaffl vorgetragen und der konnte von 381 Jugendlichen berichten. Im Jahr 2025 wurden 64 Jugendliche neu in eine Jugendfeuerwehr aufgenommen, gleichzeitig wechselten 52 in den aktiven Dienst. Es wurden verschiedene Prüfungen für die Jugendlichen durchgeführt, außerdem gab es ein großes Zeltlager. Die Kinderfeuerwehren rücken immer mehr in den Vordergrund und so konnte Lisa Vogl von neun Feuerwehren berichten, die solche Gruppen organisieren. Hier kümmerten sich 55 Betreuer um 149 Kinder. In diesem Jahr wird es die Kinderfeuerwehrolympiade am 16. Mai in Walderbach geben.

Für Kreisbrandrat Michael Stahl ergriff sein Vertreter KBI Marco Greil das Wort. Er berichtete über neueste Projekte wie das „Wildfire-Management“ zur Früherkennung von Waldbränden. Die digitale Alarmierung sei mittlerweile weit fortgeschritten, die analoge Alarmierung werde zum 30. Juni abgeschaltet. Der Bevölkerungsschutz werde neu geordnet und in den nächsten Jahren verstärkt ausgebaut. Außerdem hatte er noch einen wichtigen Termin: So wird die 33. Landesverbandsversammlung des LFV Bayern am 25./26. September in Cham stattfinden. Kassier Martin Kreuzer gab erstmals seinen Kassenbericht ab, der von geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen zeugte. Schließlich bedankte sich KBI Auerbeck bei Barbara Bindl für ihre ehrenamtliche Tätigkeit mit einem „Florian“ und ernannte Andreas Pfaffl zum neuen Inspektionsjugendwart.

In den Grußworten lobte Landrat Franz Löffler die ehrenamtliche Arbeit der vielen Einsatzkräfte. „Diese Versammlung hätte noch mehr Aufmerksamkeit verdient, bei der gesamten Bevölkerung. Es ist Präzisionsarbeit auf höchstem Niveau, das wäre in dieser Form niemals bezahlbar.“ Das Geheimnis des Erfolgs der Feuerwehren, so Löffler, seien die Menschen, die dahinterstehen. Schließlich erinnerte er noch an den „Operationsplan Deutschland“, bei dem auch die Feuerwehren eingebunden sein werden, wenn es beispielsweise um längere Stromausfälle geht. Für die anwesenden Bürgermeister sprach Wolfgang Kürzinger: Er dankte für die große Mitfinanzierungssumme und mahnte, beim Feuerwehrbedarf mit Blick auf die hohen Kosten mit Augenmaß zu agieren. „Euer Herzblut und das Engagement einzelner tragen dazu bei, dass wir eine stabile Gesellschaft in unserer Region haben.“ Zuletzt überbrachte Polizeihauptkommissar Stefan Iglhaut die Grüße der Polizeistation und sprach von einer super Zusammenarbeit und einem sehr kameradschaftlichen Umgang. Die Versammlung endete schließlich mit einem Blick auf kommende Termine.