Digitale Jahreshauptversammlung des KFV Cham

Zweiseitig ist der Blick auf die Auswirkungen der Pandemie

Während man den Aufgaben im Einsatzdienst und dem Schutz der Bevölkerung vollumfänglich nachkommen konnte, blieb doch das Gesellschaftliche oder der Ausbildungsbetrieb in Präsenz fast außen vor.

„Die Feuerwehren im Landkreis Cham agieren ehrenamtlich und können perfekte Hilfe garantieren“ lobte dann auch Landrat Franz Löffler das Agieren der 190 Feuerwehren. In Hybridform gestaltete der Kreisfeuerwehrverband seine Jahresversammlung. Während im Bürgerhaus in Chamerau etwa 50 Personen, insbesondere Mitglieder der Kreisbrandinspektion sowie die Vorstandschaft, vor Ort waren, verfolgten die Feuerwehren des Landkreises den Tätigkeitsbericht der Feuerwehr des Landkreises Cham.

 

 

Feuerwehr ist Teamarbeit

„Die Feuerwehren sind es gewohnt sich auf Einsatzlagen einzustellen und entsprechend zu reagieren, doch die Pandemie hat uns einiges abverlangt“ so Michael Stahl eingangs seines Berichtes zum Jahr 2020. Im Fokus dabei, dass es umgesetzt werden konnte die Einsatzbereitschaft zu jederzeit sicherzustellen, so der Kreisbrandrat. „Wir müssen damit leben und die kommende Zeit entsprechend angehen, um den Bürger wieder zu verdeutlichen wir sind auch neben den Notfällen da“ so der Kreisbrandrat. Mit Sorgenfalten sah er auf die sinkende Zahl von Aktiven, die durch ein Minus von 379 aktuell 10.224 Aktive aufweist. „Die Tagesalarmsicherheit, die Schnelligkeit und die Qualität konnte aber gehalten werden“ so Michael Stahl. Ähnlich auch die Zahl der Gesamtmitglieder die derzeit 38.836 beträgt, ebenfalls durch ein Minus von 272 gemindert. Mit dieser Zahl sei man aber in der Mitte der Bevölkerung verankert. „Wir sind immer da, wenn man uns braucht, herzlicher Dank an die Einsatzkräfte die ehrenamtlich agieren“ so Michael Stahl mit einer Videosequenz verdeutlichend, dass Feuerwehr mehr als Retten, Löschen, Bergen, Schützen sei, das Aufgabengebiet zwischenzeitlich sehr facettenreich geworden ist.

Personell sprach er die Ernennung von Norbert Auerbeck und Andreas Bergbauer, im Laufe der Versammlung wurde dies dann auch noch Florian Hierl, zu vorbestimmten Örtlichen Einsatzleitern. Dank galt dem ehemaligen Rettungsdienstleiter Michael Daiminger. Die Verleihung des IF-Star an die Feuerwehr Waldmünchen für deren Seilwurfsystem zeigt wie ideenreich die Feuerwehren seien. „Die staatlichen Ehrungen konnte noch an drei Abenden verliehen werden ehe die Pandemie auch dies stoppte“ so Michael Stahl informierend, dass die zu Ehrenden der Jahre 2020 und 2021 diese persönlich ausgehändigt bekommen. „Rahmenverträge mit Fahrschulen, Anpassung der Aufwandsentschädigung, Installation der Schlauchwagenzüge und des Hochwasserzuges, Lagerung zentraler Einsatzmittel, einheitliche Handyalarmierung“ wir waren dennoch aktiv und haben die Zeit genutzt, um dies auf den Weg zu bringen, so der Kreisbrandrat einige Punkte erwähnend.

 

Auswirkungen von Corona

Deutlich zeigte Corona ihre Auswirkungen auf die Einsatzzahlen 2.974 gegenüber 4.798 etwa im Jahr 2019 sprechen ein deutliches Bild, nachdem insbesondere Sicherheitswachen oder sonstige Einsätze wegbrachen. Dennoch leisteten die Aktiven dabei 36.878 Helferstunden. „Wir nehmen aber auch sechs gemeldete Informationen zu Gewalt gegen Einsatzkräfte sorgenvoll zur Kenntnis“ so Michael Stahl. Kurz stellt er die neu in Dienst gestellten Fahrzeuge, Geräte oder Anbauten an Geräthäuser vor. Mit dem Löschunterstützungsfahrzeug LUF 60 haben wir einen Meilenstein erreicht“ so der Kreisbrandrat auf ein besonderes Gerät eingehend. Von Seiten der Feuerwehrvereine wurde etwa 550.000 Euro in die Verbesserung der Ausstattung kofinanziert.

Im Ausbildungssektor konnte man die Einschränkungen der Pandemie am deutlichsten ablesen. Gerade noch 92 Leistungsabzeichen (289 im Jahr 2019) wurden abgelegt, Lehrgänge wurden begonnen und mussten unterbrochen werden oder Lehrgänge an Feuerwehrschulen konnten nicht besucht werden. Einige besondere Übungen, etwa vor der Verkehrsfreigabe in Lederdorn, konnten noch absolviert werden, ehe Corona Einzug hielt und die Digitalisierung in der Schulung mit sich brachte. „Wir haben mit unseren Webinaren etwa 500 Feuerwehrleute geschult und waren damit der Zeit voraus“ blickte der Kreisbrandrat auf die Ausbildungsserie, aber auch auf die VR-Taktikschulung, mit dem man Schrittmacher in Bayern sei. „Helfen ist Trumpf“ an dem Slogan des Feuerwehrverbandes machte Michael Stahl etwa die Aktionen und Möglichkeiten der Sondereinheiten wie Mobile Warnanlagen, Ölwehrzeug oder Flughelfer fest. Mit der Öffentlichkeitsarbeit konnte man mit Personal und Technik eine enorme Verbreitung im Print- als auch digitalen Bereich erzielen. „Status 1 der Idowa-Gruppe war hervorragend“ so der Sprecher auf die Sonderveröffentlichung verweisend.

 

Jugendarbeit unter erschwerten Bedingungen 

Die rückläufige Mitgliedertendenz war marginal auch im Jugendbereich vernehmbar, während sich der Kreisbrandrat mehr als begeistert von der Entwicklung der Kinderfeuerwehren zeigte. 50 Gruppen seien derzeit aktiv. Die 2. Kinderfeuerwehrolympiade wird am 19. Juni 2022 in Arrach bei Falkenstein stattfinden. „Wir haben uns im Jahr 2020 mehr als achtbar geschlagen“ so Michael Stahl seinen Dank an den Landrat samt Kreistag, das Landratsamt, die Kommunen, die Kreisbrandinspektion sowie die Partner im Einsatzdienst aussprechend.

Nach der virtuellen Abstimmung gab Ottmar Handl bekannt, dass der Kassenbericht einstimmig Zustimmung fand und die Vorstandschaft damit entlastet werden konnte.

 

Dank an die vielen ehrenamtlichen Einsatzkräfte

„Menschen bewegt die Sicherheit im Besonderen, ist ein Standortfaktor“ so Franz Löffler sein Grußwort einleitend. Wie sei die Sicherheit bei uns bestellt, fragte der Landrat darauf antwortend, dass man auf ein stetes Netzwerk zurückgreifen kann, dass mit hauptamtlichen Strukturen etwa bei der Polizei oder dem Rettungsdienst getragen ist und sich ehrenamtlich, aber professionell ausgerichtet, bei der Feuerwehr darstellt. „Die Suchaktion habe einmal mehr bewiesen, wie perfekt das Zusammenspiel der Hilfsorganisation beiderseits der Grenze funktioniere“ so Franz Löffler auf den mehrtägigen Einsatz blickend. Begeistert zeigte er sich von der permanent hohen Zahl an Einsatzkräften. „Es war kein Problem dies an den Einsatztagen ehrenamtlich zu schultern“ so Franz Löffler anmerkend das wohl keine andere Einheit als die Feuerwehr in kürzester Zeit eine derart hohe Anzahl an qualifizierte Kräfte aufbieten könne. „Unser Lebensraum ist gut versorgt, das hat diesen Einsatz bewiesen“ so der Landrat weiter. „Ich sehe mit Freude, dass nach den Corona-Lockerungen wieder viele jungen Leute üben und zeigen bei der Feuerwehr Verantwortung übernehmen zu wollen“ blicket er auf die Tagesaktualität. Er merkte aber auch an, dass man sich vermehrt impfen lassen sollte, um die Seuche zu bekämpfen und die Bevölkerung zu schützen. „Wir sind als Helferlandkreis in Deutschland bekannt und anerkannt“ blickte er auf die Einsätze in Arntal. „Wir müssen uns neuen Herausforderungen etwa mit dem Klimawandel stellen“ so sein Hinweis, dass neben Brände oder Hilfeleistungen neue Einsatzschwerpunkte kommen werden. Der Landkreis Cham bereite sich darauf etwa mit einem Zentralen Lager oder Investitionen in Logistikbereich entsprechend vor.

 

Diskussionsrunde

In einer abschließenden Moderationsrunde beantworteten die beiden Bürgermeister Michael Multerer, Stefan Baumgartner zusammen mit Polizeirat Sven Buhl die Fragen der auch durch die Aufzeichnung führenden Melanie Schreiner. So war etwa die Antwort des Further Dienststellenleiters auf die Frage der Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen die, dass die Suchaktion deutschlandweit gezeigt habe wie eng die Einsatzkräfte vor Ort zusammengearbeitet haben welches Engagement und Einsatzbereitschaft dabei gezeigt wurde. Aber es wurde auch der Hinweis gegeben, dass die Bürger eine gewisse Eigenverantwortlichkeit aufbringen müssen um sich den zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels, etwa in der Bereitstellung eigener Komponenten zum Hochwasserschutz, stellen zu können.