Inspektionsdienstversammlung im KBI-Bereich Roding

30. April 2021
Versammlung
2020 hatten die Feuerwehren 647 Einsätze. Der KBI-Bereich Roding tagte erstmals online mit einer Live-Übertragung aus Pösing

Auf großes Interesse ist die Dienstversammlung der Kommandanten im KBI-Bereich Roding am Freitagabend gestoßen. Aufgrund der Pandemie konnte keine Präsenzveranstaltung abgehalten werden. Um die Versammlung nicht wieder absagen zu müssen, entschied man sich in diesem Jahr für eine Liveübertragung via YouTube.

An dieser Variante der Versammlung war auch die breite Öffentlichkeit interessiert. Denn nicht nur die 45 Kommandanten schalteten sich zu – in der Spitze verfolgten auch 140 Personen den Livestream. Als Fernsehstudio diente dabei das neue Bürgerhaus in Pösing, das damit auch den Härtetest mit Blick auf die Internetausstattung bestand. Kreisbrandinspektor Florian Hierl begrüßte Kreisbrandrat Michael Stahl sowie die Kreisbrandmeister Norbert Mezei und Johannes Maier in Präsenz. Zudem galt zu Beginn ein Dank an Rosi Meier, die die Aufgabe der Desinfektion des Pultes übernahm. Auch allen Bürgermeistern und weiteren Gästen an den Bildschirmen galt der Gruß.

 

„Es läuft sehr gut bei uns“

Hierl blickte anschließend auf die Jahre 2019 und 2020 zurück. Zunächst stellte der Kreisbrandinspektor die neuen Führungskräfte der einzelnen Feuerwehren vor, die in den vergangenen zwei Jahren einen neuen Posten übernommen haben. Unter anderem wurde in Roding, Altenkreith, Wiesing, Diebesried, Hitzelsberg, Pösing, Falkenstein, Gfäll, Martinsneukirchen und Reichenbach bei den Aktiven und auch im Feuerwehrverein neu gewählt. „Es läuft sehr gut bei uns im KBI-Bereich“, sagte Hierl.

Mit Blick auf die Einsätze lässt sich durch die anhaltende Corona-Lage ein Rückgang feststellen. 2020 rückten die Feuerwehren im KBI-Bereich Roding zu 647 Einsätzen aus. Im Jahr 2019 zeigte die Einsatzstatistik noch 1.104 Einsätze auf. Alarmiert wurden 141 Brände, 371 technische Hilfeleistungen, 50 Fehlalarme, vier Sicherheitswachen und 81 sonstige Einsätze. „Wir sind zum Glück von den ganz großen und schweren Einsätzen verschont geblieben. Aber die Einsätze, die es gab, wurden souverän und sehr gut abgearbeitet“, so Hierl.

Einer der größten Einsätze des vergangenen Jahrzehnts war am 17. Mai 2019, als die Galvanikhalle der Firma MBO in Roding in Vollbrand stand. Insgesamt erstreckte sich der Einsatz über drei Tage, an denen 450 Einsatzkräfte aus 30 Feuerwehren zum Einsatz gekommen waren.

Zum Einsatzjahr 2020 zeigte Hierl ein kurzes Video mit dem Zusammenschnitt von Einsätzen aus den Bereichen Brände, Verkehrsunfälle, Motorradunfälle und sonstige Einsätze. Trauriger Höhepunkt des Einsatzjahres waren die zwei tödlichen Motorradunfälle im Bereich Falkenstein und Roding. Die 647 Einsätze der 45 Feuerwehren leisteten 1.752 Feuerwehrdienstleistende ab. Damit sank im dritten Jahr in Folge die Zahl der Aktiven.

Dass die Gesamtzahl aller Mitglieder der Feuerwehren (11.852) im sechsten Jahr in Folge gesteigert werden konnte, sei vor allem auf die Zunahme bei der Kinderfeuerwehren zurückzuführen. Es gibt mittlerweile zehn Kinderfeuerwehren mit 229 Mitgliedern. Ein Dank galt vor allem Rosi Meier, die diesen Bereich federführend leitet.

Im Jahr 2020 investierten die Feuerwehrvereine 100.667 Euro in ihre Wehren. Im Jahr 2019 konnten noch vier Feuerwehrfeste (Falkenstein, Walderbach, Stamsried und Dieberg) gefeiert werden. „Diese Feste bleiben uns lange in Erinnerung, zumal man seit zwei Jahren nicht mehr miteinander feiern kann. Denn machen wir uns nichts vor, das Festjahr 2021 ist ebenfalls schon gelaufen“, meinte der Kreisbrandinspektor.

Im September 2019 und August 2020 wurden bei Ehrenabenden die staatlichen Ehrungen für den aktiven Dienst durchgeführt. Des Weiteren fanden, wie Florian Hierl informierte, noch viele weitere Lehrgänge und Ausbildungen Corona-konform – oft auch online – statt. Unter anderem Zug- und Gemeinschaftsübungen, Übungen im Rahmen der Feuerwehraktionswoche oder auch die Ausbildung zum Erwerb des Feuerwehrführerscheins.

Vorgestellt wurden auch die neuen Gerätehäuser und Fahrzeuge im KBI- Bereich. Der stellvertretende Inspektionsjugendwart Josef Pusl berichtete, dass im Sommer 2020 für drei Monate die Leistungsprüfungen durchgeführt werden konnten. 127 Teilnehmer in 19 Gruppen legten dabei die Leistungsprüfung „Gruppe im Löscheinsatz“ ab. Weitere 40 Teilnehmer, aufgeteilt auf sieben Gruppen, absolvierten die Bayerische Jugendleistungsprüfung. Die Jugendfeuerwehr zählte im Jahr 2020 547 Mitglieder. Kreisbrandmeister Hubert Hofweber informierte die Zuschauer über den Kassenbericht aus den Jahren 2019 und 2020.

 

Einsatzbereitschaft ist gesichert

Kreisbrandrat Michael Stahl sagte in seinem Grußwort, dass die Feuerwehr auch im Coronajahr 2020 ihre Aufgaben zu 100 Prozent erfüllt habe. „Wir waren im letzten Jahr auch viel damit beschäftigt, den Wehren einen Leitfaden an die Hand zu geben, wie Übungen zu handhaben sind“, so Stahl. Im Bereich der Feuerwehr sei man auf jeden Fall so gut aufgestellt, dass man jederzeit die Einsatzbereitschaft aufrecht erhalten könne. Zum neuen Schlauchwagenzug, der ab der Alarmstufe B 4 mit alarmiert wird, sagte der Kreisbrandrat: „Wenn ich ihn brauche, steht er vor der Haustüre und muss nicht extra nachalarmiert werden, hier geht sonst wertvolle Zeit verloren.“

Landrat Franz Löffler dankte den Feuerwehren für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr: „Die Sicherheit ist bei den Feuerwehren in besten Händen.“ Die Gefahren würden aber jeden Tag lauern, so Löffler.

 

Neuwahlen

Für die Neuwahlen hatten alle Kommandanten eigens einen Zugang zum Abstimmungsportal „votesUP!“ erhalten, wobei sie sich einstimmig für die nominierten Kandidaten aussprachen. Alle Posten blieben unverändert. Lediglich für den jahrzehntelang tätigen Walter Aumer als Kassenprüfer rückte Ehrenkreisbrandinspektor Alfons Janker nach.

  • Stellvertretender Vorsitzender: KBM Christian Meier
  • Kassenverwalter: KBM Hubert Hofweber
  • Schriftführer: Josef Pusl (FF Roding)
  • Kassenprüfer: Rainer Schwarzfischer (FF Mitterdorf) und EKBI Alfons Janker.

Der Vorsitzende des Fördervereins ist laut Satzung kraft Amtes der Kreisbrandinspektor und wird nicht gewählt.

 

Ehrungen

Auch dieser Programmpunkt musste virtuell abgehalten werden. KBR Stahl verlas von jedem geehrten den Text der Urkunde und fand die passenden Worte in seiner jeweiligen Laudatio. Im Nachgang werden die Ehrenabzeichen und die Urkunden persönlich von KBI Hierl unter Beachtung der Hygieneregeln übergeben.

  • Norbert Schmid, FF Obertrübenbach: Feuerwehrehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbandes in Silber, seit 1975 Mitglied, ebenso lange Vereinskassier. 
  • Ludwig Weber, FF Obertrübenbach: Feuerwehrehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbandes in Silber, seit 1966 Mitglied, von 1992 bis 2004 Schriftführer, zudem Chronist der Wehr.
  • Willibald Spießl, FF Diebersried: Feuerwehrehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbandes in Silber, seit 1973 Mitglied, von 1979 bis 1994 sowie von 2001 bis 2006 Schriftführer, von 1994 bis 2006 Kommandant.
  • Josef Hecht, FF Gfäll: Bayerische Feuerwehr-Ehrenmedaille, seit 1979 Mitglied, seit 2003 Vorsitzender, Festleiter bei der Segnung des Neubaus 2012.
  • Franz Hofbauer, FF Großenzenried: Bayerische Feuerwehr-Ehrenmedaille, seit 1981 Mitglied, von 1994 bis 2000 zweiter Kommandant, anschließend zwei Jahre stellvertretender Vorsitzender und seit 2002 Vorsitzender.
  • Bernhard Schwarzer, FF Friedersried: Bayerisches Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber, seit 1988 Mitglied, seit 2003 Kommandant.
  • Rudolf Meier, FF Hitzelsberg: Bayerisches Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber, von 1995 bis 2019 Kommandant, von 2004 bis 2006 zudem Vorsitzender, seit 2019 stellvertretender Kommandant.
  • Oliver Weiß, FF Stamsried: Bayerisches Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber, seit 1985 Mitglied, von 1999 bis 2005 stellvertretender Kommandant, seit 2005 Kommandant.

 

Nach den Neuwahlen und Ehrungen blickte Florian Hierl auf die Termine des Jahres. So soll am 28. August mit der Altkleidersammlung ein neuer Versuch unternommen werden. Die Aktionswoche ist vom 11. bis 18. September geplant. Die Ausbildungen und Lehrgänge werden je nach Zulässigkeit in Präsenz oder Online durchgeführt. Auch die staatlichen Ehrungen werden je nach Zulässigkeit durchgeführt. Ein Dank galt der Gemeinde Pösing mit Bürgermeister Michael Reith und Stellverterterin Sonja Blodig, die die Räume zur Verfügung stellten.

 

Text: Th. Mühlbauer & A. Laube