Feuerwehr Roding und Dispo Gruppe Strom üben mit Abrollbehältern

23. Juli 2020
Übung
In einer globalisierten Welt sind Tierseuchen stets reelle Gefahren. Die eingesetzten Kräfte müssen dann auf alle Eventualitäten vorbereitet sein, weshalb Übungen an vorderster Stelle stehen.

So haben die Feuerwehr Roding unter Leitung von Kommandant Alexander Tag und die Dispogruppe Strom unter Leitung von Kreisbrandmeister Christian Meier und dem Kommandanten der Feuerwehr Falkenstein, Stefan Reichart, mit den Abrollbehältern Hygiene und Kühl versucht, diese außerhalb des dafür vorgesehenen Bereiches in kürzester Zeit zum Einsatz zu bringen.

Vorgesehen ist, dass die beiden Abrollbehälter, die vom Landkreis beschafft wurden und bei der Feuerwehr Roding stationiert sind, zum Beispiel beim Szenario der Schweinepest zum Einsatz kommen. Das Grundkonzept solcher Großschadensereignisse, welches vom Veterinäramt und Kreisbrandrat Michael Stahl entworfen wurde, ist eindrucksvoll und spiegelt die Verwendungsbreite und die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren im Landkreis wider.

Im Gegensatz zu den im Konzept vorgesehenen Kläranlagenstandorten, bei denen die Frischwasser-, Strom- und Abwasserversorgung gesichert ist, muss im freien Gelände alles herbeigeschafft und aufgebaut werden. Für die Verbringung der Abrollbehälter sind Wechselladerfahrzeuge nötig, wie die Rodinger Wehr eines besitzt.

Für den Aufbau Notstrom und Wasserversorgung waren zwölf Feuerwehrfrauen- und -männer eingesetzt. Die Dispogruppe Strom sorgte für den reibungslosen Aufbau des 50-KV-Notstromaggregates und lieferte den nötigen Strom. Das Aggregat benötigt bei Volllastbetrieb circa 60 Liter Treibstoff innerhalb von 24 Stunden. Es liefert problemlos den Strom für die Abrollbehälter Kühl und Hygiene und hat immer noch genügend Puffer, um zusätzliche elektrische Gerätschaften zu versorgen.

Weiterhin müssen für den Betrieb des Abrollbehälters Hygiene 1.000 Liter Wasser bereitgestellt werden. Dies wurde durch das Löschgruppenfahrzeug der Feuerwehr Roding sichergestellt. Der Amtstierarzt Dr. Reinhold Schoierer sagt: „Der Abrollkühlcontainer wird angefordert, wenn bei einer Wildtierseuche, zum Beispiel der Afrikanischen Schweinepest, eine große Zahl von Kadavern anfallen sollte. Die Kadaver müssen, weil sie eventuell infektiös sind und sich dadurch weitere Tiere anstecken könnten, schnell entfernt und sicher bis zur Abholung durch eine Tierkörperbeseitigungseinrichtung aufbewahrt werden. Im Container können zudem Proben gezogen werden.

“Von der Alarmierung bis zum fertigen Aufbau werden je nach Örtlichkeit und Anfahrtsweg zwei Stunden benötigt. Volle Einsatzbereitschaft ist in weiteren vier Stunden gegeben. Die Feuerwehr Falkenstein kann in Zusammenarbeit Dispo Gruppe Strom im Ernstfall die Stromversorgung für eine Woche rund um die Uhr im Schichtbetrieb sicherstellen. Für einen längeren Einsatz und nach dem Aufbau des Konzeptes würde zum Beispiel das Technische Hilfswerk zum Einsatz kommen.