Tagesschulung für die Feuerwehrführungskräfte

9. November 2019
Ausbildung
Neues Schlauchmanagementsystem, taktischer Einsatzwert und Einsatzmöglichkeiten einer Drehleiter, das richtige Einsetzen von Seilwinden an Rüstwägen oder Hilfeleistungslöschfahrzeugen sowie das Einsatzkonzept des Schlauchwagenzuges Bad Kötzting bestimmten eine ganztägige Fortbildungsmaßnahme für die Feuerwehrführungskräfte der Kreisbrandinspektion Cham.

Im Feuerwehrzentrum in Bad Kötzting konnte Michael Stahl dazu am Samstagvormittag begrüßen und kurz das Programm der  Tagesschulung vorstellen, die vom fachbezogenen Kreisbrandmeister Richard Richter vorbereitet wurde.

Den Auftakt dazu machte in einem 45-minütige Theorie und Praxisvortrages Aron Geisel der ein neues Schlauchmanagement vorstellt. Ein formstabiler Schlauch wird demzufolge in einer Art Metalltrommel gelagert. Ein vorgehender Trupp kann diese Trommel etwa bis an die Rauchgrenze tragen und dann den Schlauch ab dieser bis zum Einsatzort abrollen. Der Vorstellung im Schulungsraum schloss Aron Geisel eine praktische Vorführung an anhand derer die Einsatzmöglichkeiten im Gebäudeinneren bis hin an Rettungskörben von Drehleitern verdeutlich wurde.

„Fahrzeugarten, Fahrzeuggröße, Einsatzmöglichkeiten, Anleiterbereitschaft, Standortwahl an der Einsatzstelle und weitere Möglichkeiten“ waren die Kernpunkte des Vortrages von Max Landsmann. Der Zugführer der Berufsfeuerwehr Regensburg erläuterte dabei aber auch wie wichtig es sei einen Drehleitereinsatz schon bei Einsatzbeginn ins Kalkül zu ziehen und wenn diese eingesetzt wird die „Haus-Regel „ zu beachten. „Hindernisse erkennen, Abstände beachten, auf den Untergrund achten und die Sicherheit in die Überlegungen einzubinden“ so der Fachmann in Sachen Drehleitereinsatz.

Um die theoretischen Ausführungen zu verdeutlichten hatten die Feuerwehren Bad Kötzting, Cham und Lam ihre Drehleitern neben dem Feuerwehrzentrum platziert. Anhand dieser erläuterte Max Landsmann gravierende Unterschiede wie etwa deren verschiedene Korbtragfähigkeiten. „Als Führungskraft ist es entscheidend dies in den Einsatzvorgang richtig einzubauen“ so der Referent.

„Windenarten und deren Einsatzmöglichkeiten, Ziehen von Fahrzeugen, Umlenkrolle oder Lose Rolle“ waren die Kernpunkte des folgenden Vortrages von Jörg Schmid. Der Referent, der bei der Berufsfeuerwehr Ingolstadt beschäftigt ist, erläuterte in einem 30 minütigen Referat neben den Windenarten auch die Möglichkeiten wie damit Lasten zu bewegen wären. Nach dem Vortrag demonstrierten dann Aktive der Feuerwehr Bad Kötzting unter Einsatz  von Gerätschaften aus dem Tanklöschfahrzeug und Rüstwagen wie ein tonnenschwerer Bus auf Basis physikalischer Optionen mit Seilwinden zu bewegen ist, die auf Zuglasten von fünf Tonnen ausgelegt sind. Die praktischen Vorführungen wurden abgeschlossen mit Einsatzbeispielen zur Verwendung von Mehrzweckzügen.

Den Fortbildungstag rundeten KBM Florian Heigl, Michael Weiß und Korbinian Richter, Kommandanten der FF Bad Kötzting,  ab. Das Trio stellte die Historie von Schlauchwägen bei der Feuerwehr Bad Kötzting und die Entwicklung eines Einsatzkonzeptes für ein derartiges Sonderfahrzeug vor. Dieses besagt, dass neben dem Schlauchwagen in einem Einsatzfall weitere Fahrzeuge der Feuerwehr Bad Kötzting sowie drei weitere Feuerwehren mit Tragkraftspritzen (FF Gotzendorf, FF Sperlhammer und FF Oberndorf) an eine Einsatzstelle disponiert werden. Diese Einheit kann dann autark einen Einsatzbefehl ausführen und eine Wasserförderung von der Entnahmestelle bis zur Abgabestelle über bis zu zwei Kilometern errichten.

 

Quelle: KBM Richter