Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes

13. April 2019
Versammlung
Im Haus des Gastes in Blaibach konnte Michael Stahl am Freitagabend zur Dienstversammlung der Kommandanten und Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes an die 700 Vertreter der Feuerwehren sowie zahlreiche Ehrengäste aus Kommunalpolitik ebenso, wie aus den Reihen der Partner im Einsatzdienst begrüßen.

„Sie sind die Sicherheitsgarantie für die Bürger des Landkreises Cham und darüber hinaus“, so Landrat Franz Löffler über die Arbeit der 190 Feuerwehren. Fest machte er dies an der Bilanz, die zuvor Kreisbrandrat Michael Stahl gab und dabei unter anderem die 2.805 Einsatzstellen nannte, an denen 4.536 Feuerwehrler tätig wurden. Um diese Hilfe in der gewohnt professionellen Weise leisten zu können, bilden sich die 10.576 ehrenamtlich tätigen Aktiven bei zahlreichen Schulungen und Lehrgängen fort, wie dies der Kreisbrandrat dazu formulierte.

„Unsere 190 Feuerwehren leben das Ehrenamt“, so der Kreisbrandrat die Versammlung nach einem Totengedenken eröffnend. „Was im Landkreis passiert, ist schier unvorstellbar“, so Michael Stahl in seinem Jahresrückblick, den er mit kurzen prägnanten Zahlen und Fakten vorstellte. Auf den rückläufigen Trend der letzten Jahre blickend, müsse man sich noch mehr einfallen lassen, um den aktiven Feuerwehrdienst wieder attraktiver werden zu lassen. Der Rückgang liegt bei 217 Aktiven. Positiv dagegen sei die Entwicklung bei den Mitgliederzahlen in den Feuerwehrvereinen, die bei 38.250 liegt. 151 Plätze wurden im Feuerwehrerholungsheim belegt.

„Es gibt so viel Gutes zu tun, engagiert euch“, so der Beitrag der Feuerwehr Balbersdorf, der dann auch mit dem dritten Platz des ostbayerischen Feuerwehrpreises belohnt wurde. Der Neubau des Gerätehauses, ein kleines Museum darin, ein attraktives Vereinsangebot – viele Jugendliche und Frauen halfen mit, dass die Ortsfeuerwehr einen enormen Zulauf verbuchen kann.

Kurz stellte Michael Stahl die Neuanschaffung in Form von Fahrzeugen oder den Bau von Gerätehäusern bei den Landkreisfeuerwehren vor, ehe er deutlich die Investitionen der Feuerwehrvereine als Unterstützung dieser Maßnahmen in Höhe von 684.000 Euro hervorhob.

In der Einsatzstatistik stehen im Vorjahr 4.536 eingesetzte Feuerwehren an 2.805 Einsatzstellen, so Michael Stahl die Kernkompetenz herausstellend. Darunter waren 560 Brände, 1.491 Hilfeleistungen, 249 Fehlalarme, 230 Sicherheitswachen sowie sonstige Einsätze und Anforderungen. An Helferstunden wurde dabei 54.395 gezählt. Um dies alles abdecken zu können ist eine breitbandige Ausbildung notwendig. So legten etwa unter anderem 229 Aktive die MTA-Grundausbildung ab, wurden zwei Lehrgänge im Bereich Maschinist für Löschfahrzeuge angeboten oder erwarben 45 Aktive den Feuerwehrführerschein.

Während 94 neue Atemschutzgeräteträger ausgebildet wurden, nutzten 767 die Übungsstrecke dazu in Furth im Wald. „In Summe können wir zum Jahresende auf 215 Teilnehmer an den Feuerwehrschulen und 1.823 Absolventen von regionalen Ausbildungsmaßnahmen blicken“, sagte Stahl erfreut. Dazu kamen noch 223 Leistungsprüfungen.

Im Jugendbereich kann man derzeit auf 2.173 Jugendliche blicken. Ziel bleibt dabei weiterhin die Übernahme in den aktiven Dienst, so der Kreisbrandrat weiter dabei auch den ersten Platz der FF Wettzell beim Kreisentscheid anmerkend. „Frauen in der Feuerwehr und die Kinderfeuerwehr sind aktuell ein Erfolgsmodell“, so seine weitere Information. Die Kinderfeuerehrolympiade am 5. Mai bildet einen der nächsten Programmpunkte.

Dem Bericht von Schatzmeister Norbert Kopp waren positive Zahlen zu entnehmen. Die Kassenprüfer Ottmar Handl und Rudi Ried empfahlen deshalb die Entlastung, die einstimmig erteilt wurde.

„Die Sicherheit ist für viele auch ein Standortfaktor“, meinte Landrat Franz Löffler. Die Menschen spüren dies in der aktuell bewegten Welt und wollen Stabilität haben. Deshalb sei es wichtig, dass die Sicherheitsfrage im Landkreis Cham bei den Feuerwehren in besten Händen sei. Der Freistaat hat den auf der Feuersicherheit im vorletzten Jahrhundert basierenden Feuerwehrdienst bewusst in ehrenamtliche Hände gelegt. Dieser beinhalte aber nur mehr gut ein Viertel des Ursprungsgedanken des Löschens. Den Großteil machen aktuell die technischen Anforderungen aus. „Wir dürfen die Feuerwehren aber nicht überfordern“, so der Landrat auf oftmals Bagatelleinsätze verweisend.

Der Jahresanfang zeige, dass der Klimawandel merkbar ist und für erhöhtes Einsatzaufkommen sorgt. „Die Feuerwehren haben entscheidend mitgeholfen die Infrastruktur in kurzen Zeit wieder benutzbar zu machen“, erzählte Löffler. Die Basis dazu sei eine fundierte Ausbildung, die sich auch aktuellen Entwicklungen stellt, wie dies die 3D-Schulung für Gruppenführer zeige. „Einsatzpläne müssen an der Taktik und Verfügbarkeit der Einsatzkräfte orientiert sein um die vom Bürger erwartete Schlagkraft zu gewährleisten“, so der Landrat weiter.

Dr. Johannes Hautmann wurde für seine Arbeit als Feuerwehrarzt seit 1998 mit dem Feuerwehrehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbandes ausgezeichnet. Anton Bierl erhielt für seine 25-jährige Tätigkeit als Kreisbrandmeister eine Dankurkunde und Heinz Schötz wurde zum Ehrenkreisbrandmeister ernannt.

Anstelle der üblichen Grußworte moderierte BR-Moderator Christian Riedl eine Gesprächsrunde mit Polizeirat Vincent Bauer, Rettungsdienstleiter Michael Daiminger, gastgebendem Vertreter der Gemeinde Blaibach Josef Speckner, MdB Karl Holmeier, MdL Gerhard Hopp und Bezirksvorsitzendem Fredi Weiß. Themen waren dabei insbesondere die Wertschätzung des Ehrenamtes als Basis der Daseinsvorsorge. Der Dank seitens der Politik reiche dazu nicht aus, das Ehrenamt müsse nachhaltig gefördert werden um letztendlich auch dem demografischen Wandel bestehen zu können. Größte Herausforderung wird sein wieder mehr junge Leute für das Ehrenamt zu begeistern. Es müsse mehr ideelle Anerkennung folgen, damit der Schritt zum Ehrenamt, das wegen der zunehmenden Professionalität immer umfangreichen wird, wieder leichter fällt. „Fehlverhalten gegen Einsatzkräfte müssen zudem geahndet werden“, so eine weitere deutliche Aussage.

 

Quelle: R. Richter