ABC-Zug

Gründung des ABC-Zuges

Gegen Ende der 60er Jahre wurden in der Bundesrepublik Deutschland ABC-Einheiten gebildet. Die Anzahl der Einheiten vor Ort richtete sich nach den damaligen Einwohnerzahlen. Diese Einheiten waren Regieeinheiten des Katastrophenschutzes. Nach damaliger Denkweise sollten sie vor allem bei einem Angriff durch ABC-Waffen - gemeint war die Atombombe - die Folgen mildern. Nach veränderter Sicherheitslage wurden die ABC-Züge den Feuerwehren angegliedert bzw. dort aufgestellt. Die Feuerwehr erhielt eine neue Zusatzaufgabe - den ABC-Schutz.

Der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Cham wurde über das Landratsamt Cham von der Regierung der Oberpfalz die Integration eines in Regensburg stationierten ABC-Zuges (Regieeinheit) unter gleichzeitiger Beurlaubung des bisherigen Personals angeboten. Dem wurde zugestimmt und der darauf gegründete Zug die ersten Jahre gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Furth im Wald betrieben.

Nach und nach wurde das seinerzeitige Equipment (LKW Hanomag und DMF) ausgesondert und durch den GW-Dekon-P sowie den GW-Mess (ErkKw) ersetzt. Hinzu kam 2006 nach dem Sicherheitskonzept des Landes Bayern die vom Freistaat zur Verfügung gestellte Zusatzausrüstung DEKON-V.

 

Zugführer
Günther Fink
Freiwillige Feuerwehr Cham

 

 

Gliederung und Aufgabenverteilung

 

Der ABC-Zug gliedert sich in zwei Komponenten:

  • ABC Erkundungskomponente
  • ABC Dekonkomponente „P - G - V“

 

Das Personal besteht aus 1 Zugführer, 2 Gruppenführern und 21 ABC-Helfern. Die Gesamtstärke des Zuges beträgt 24 ABC-Helfer.

 

ABC-Erkundungskomponente

Die ABC-Erkundungskomponente steht für die ABC-Erkundung und allgemeine Erkundungsaufgaben zur Verfügung. Wird sie nicht für diesen Zweck eingesetzt, unterstützt sie die ABC-Dekonkomponente „P - G - V“. Sie verfügt über keine eigene Dekontaminationsausstattung und ist personell schwächer besetzt als die ABC-Dekonkomponente „P - G - V“.

Die ABC-Erkundungskomponente besteht aus 2 Mannschaften zu je 4 ABC-Helfern inkl. dem Einheitsführer.

 

Aufgaben

  • Entnehmen von Boden- und Wischproben.
  • Probennahme bei biologischen Stoffen.
  • Tätigwerden (messen, bekämpfen, aufnehmen, pumpen...) im Bereich von chemischen Stoffen.
  • Entnahme von Luft- und Wasserproben.
  • Messen, Spüren und Melden radioaktiver Kontaminationen.
  • Kennzeichnung und Überwachung kontaminierter Bereiche.
  • Behälfsmäßige Erfassung lokaler Wetterdaten.
  • Aufbau und Betrieb einer Dekontaminationsanlage (= Duschstation) für Personen.
  • dabei auch die Einplanung von DEKON-V, die Dekontamination und nachfolgend Behandlung Verletzter nach Anschlägen.

 

Gerätewagen Messtechnik

Das Fahrzeug - GW Mess

  • Die Basis des CBRN-Erkundungskraftwagens (Gerätewagen Messtechnik) bildet ein Fiat Ducato – Maxi L2B, 2.8 i.d. TD mit Allradantrieb und einem zulässigen Gesamtgewicht von 4,2 t.
  • Das Fahrzeug rückt mit einer Mannschaftsstärke von 1/3 aus.
  • Funkrufname: Florian Cham 66/1

Weitere Informationen zum Fahrzeug auf der Seite der Chamer Feuerwehr.

 

 

ABC-Dekontaminationskomponente „P - G - V“

Die Dekontaminationskomponente „P - G - V“ wird in der Regel gemeinsam für die Dekontamination von Personen, Fahrzeugen, Gerät, Gelände und Verletzten Personen eingesetzt. Die Dekontamination von Personen und Sachen kann in ortsfesten Dekontaminationsstellen stattfinden. Dazu werden in erster Linie die Helfer benötigt. Sie kann aber auch in selbst eingerichteten mobilen Dekontaminationsstellen durchgeführt werden, wozu neben dem Personal auch die Geräteausstattung benötigt wird. Die Geräteausstattung muss auch dann eingesetzt werden, wenn fehlende Energie – /Wasserversorgung bei ortsfesten Dekontaminationsstellen dazu zwingen oder die Ausstattung nicht ausreicht.

Die ABC-Dekontaminationskomponente besteht aus 2 Mannschaften zu je 6 ABC-Helfern inkl. dem Gruppenführer Dekon.

 

Aufgaben

  • Entstrahlen, entseuchen und entgiften (Dekontamination) sowie die hygienische Reinigung der Einsatzkräfte und sonstiger an der Einsatzstelle angetroffener Personen.
  • Unterstützung des Betriebs stationärer Dekontaminationsanlagen.
  • Betreuung bereits dekontaminierter Einsatzkräfte mit dem Ziel der kurzfristigen Wiederherstellung ihrer Einsatzbereitschaft.

 

Das Fahrzeug - GW Dekon

Gerätewagen Dekontamination

  • Die Basis des Gerätewagen Dekontamination ist ein MAN 10.163 LKW mit Allradantrieb und 3,5 t Nutzlast und einem zulässigen Gesamtgewicht von 10 t. Die Pritsche und die Hubladebühne haben 1.000 kg Hubkraft.
  • Das Fahrzeug rückt mit einer Mannschaftstärke von 1/5 (Staffelbesatzung) aus.
  • Funkrufname: Florian Cham 67/1

Weitere Informationen zum Fahrzeug auf der Seite der Chamer Feuerwehr.

 

Das Fahrzeug - WLF-Kran

Wechselladerfahrzeug Kran

  • Die Basis des Wechselladerfahrzeug Kran​ ist ein MAN 24.403 FNLC LKW mit Straßenfahrgestell und 12,5 t Nutzlast und einem zulässigen Gesamtgewicht von 26 t.
  • Das Fahrzeug besitzt ein Meiler RK 19.55 Hakengerät, einen Ladekran Meiller MK 116 RS 2, Hydraulikanschlüsse an der Kranspitze und ein Kranwinde Rotzler LK 016 mit 40 Meter Seillänge und einer maximalen Hubkraft von 21,3 kN.
  • Das Fahrzeug rückt mit einer Mannschaftstärke von 0/3 (Truppbesatzung) aus.
  • Das Fahrzeug dient dem Transport von verschiedenen Abrollbehältern für den Feuerwehr- und ABC-Dienst
  • Funkrufname: Florian Cham 36/1

Weitere Informationen zum Fahrzeug auf der Seite der Chamer Feuerwehr.

 

Das Fahrzeug - WLF mit AB-Umweltschutz

Abrollbehälter Umweltschutz

  • Der Abrollbehälter Umweltschutz​ ist auf dem WLF-Kran der Feuerwehr Cham verladen.
  • Die Außenmaße sind 5.900 x 2.500 x 2.400 mm.
  • Die Nutzlast beträgt max. 8.000 kg.
  • Die Hauptkomponenten:
    • Hochdruckdekontaminationsmodul Kärcher HDS 890 DEKO, Fördermenge 430 - 860 l/h; Arbeitsdruck 30 – 140 bar.
    • Dampferzeuger, Kärcher HS 810 USC, Durchflussmenge 300 - 900l/h, Temperaturbereich 30 - 150° C, Heizleistung 46,5 - 70 kW.
    • Umluftheizgerät, Luftvolumenstrom 210 m³/h, Wärmeleisung 3,8 kW.
    • Stromerzeugungsaggregat 20 kW, (400V / 230V; 50Hz).
  • Die Leistung des Abrollbehälters:
    • Dekontamination von Einsatzkräften in CSA: 20 Einsatzkräfte pro Stunde.
    • Dekontamination von Personen: 20 Personen pro Stunde.
    • Dekontamination und Trocknung von Schutzkleidung: 6 bis 8 Sätze pro Stunde.
    • Material, Gelände oder Fahrzeugdekontamination: 4 Fahrzeuge je Stunde.
    • Stromerzeugung mittels lärmgekapseltem 20 kVA Generator.

 

Das Fahrzeug - WLF mit AB-Dekon

Abrollbehälter Dekontamination

  • Der Abrollbehälter Dekontamination ist auf dem WLF-Kran der Feuerwehr Cham verladen.
  • Die Außenmaße sind 6.400 x 2.500 x 2.450 mm.
  • Die Nutzlast beträgt max. 8.750 kg.
  • Das Material ist teilweise auf Rollwägen verlastet und auf 8 Geräteräume aufgeteilt.

 

Abrollbehälter Dekontamination

  • Die Aufgaben:
    • Entstrahlen, entseuchen und entgiften (Dekontamination von Personen und Verletzten) sowie die hygienische Reinigung der Einsatzkräfte und sonstiger an der Einsatzstelle angetroffener Personen.
    • Betreuung bereits dekontaminierter Einsatzkräfte mit dem Ziel der kurzfristigen Wiederherstellung ihrer Einsatzbereitschaft.